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 Jean Dujardin in der Rolle eines notorischen Fremdgängers (Bild:l'express.fr)
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Die Pariser Verkehrsbetriebe (RATP) sind derzeit etwas wählerisch, was die Plakatierung ihrer U-bahnen anbelangt. Nachdem die Werbung für die Show des Komikers Stephane Guillon entfernt wurde, mussten auch die Plakate des neu erschienenen Kinofilms "Les Infidèles" ihre Plätze an den Metrostationen räumen.

Zensur in der U-Bahn
Es ist nicht das erste Mal, dass Werbeanschläge in der Metro zensiert wurden. Schon Monsieur Hulot, eine der berühmtesten Rollen des Komikers Jacques Tati, wurde seiner Pfeife beraubt. Auch die Zigarette in der Hand von Coco Chanel auf dem Plakat des Films "Coco Chanel" war den Behörden nicht genehm.

Politische Botschaften nicht erwünscht
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 Ob sich Sarkozy auch mit einer tiefen Verbeugung verabschieden würde? (Bild:l'express.fr)
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Nun hat es die Werbung für Stéphane Gouillons Tour erwischt. Diese zeigt zunächst nichts besonders Schockierendes: Den Künstler selbst in einer tiefen Verbeugung vor dem Publikum, darüber einen Slogan: "Im Mai 2012 tritt auch Stéphane Guillon ab". Es war der versteckte Seitenhieb auf die Präsidentenwahlen Ende April, der schließlich zum Abreißen der Plakate führte. "Der Vertrag, der uns an die RATP bindet, verbietet es uns, politische Werbung anzubringen, vor allem während des Wahlkampfes", erklärt hierzu die Agentur "Media Transports", die für die Anzeigen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Metrostationen zuständig ist.

Anstößige Filmwerbung
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 "Die Rückkehr des Machotums", schrieb Eliette Abeccasis zu den Posen der Schauspieler (Bild: rtl.fr)
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Vielmehr Aufruhr erregt jedoch die Werbekampagne für den Film "Les Infidèles". Die Bilder, auf denen die beiden Hauptdarsteller Gilles Lellouche und Jean Dujardin zwischen gespreizten Frauenbeinen oder vor dem Hinterkopf einer Frau auf Höhe ihrer Hosenbünde zu sehen sind, stören das moralische Empfinden einiger Pariser Bürger und des Gerichts. Die "Behörde zur professionellen Reglementierung von Werbung", l'ARPP, hat die Plakate verboten, da sie ein "diskriminierendes Bild von Frauen vermitteln". Die Autorin Eliette Abécassis, äußerte sich in einem Kommentar bei der französischen "Huffington Post" positiv zu dem Verbot. Sie prangerte die Bilder, die in ihren Augen "mehr als frauenverachtend sind" an.

"Prüder als die Amerikaner"
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 (Bild: letribunaldunet.fr)
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Jean Dujardin, der in diesem Jahr für einen Oscar als bester Hauptdarsteller in dem Film "The Artist" nominiert ist, werden durch seine Posen sogar jegliche Chancen auf einen Academy Award abgesprochen. Von amerikanischer Seite hingegen zeigt man sich über diese Annahme belustigt. "Die Amerikaner lachen über die Reaktion der Franzosen, die, wie sie festellen, noch prüder als sie selbst geworden sind." Auch im eigenen Land, beginnt man sich über die Zensur lustig zu machen. Im Internet ist eine Parodie des Plakates aufgetaucht, die Dominique Strauss-Kahn zwischen den Beinen einer schwarzen Frau zeigen.
Laura Raveling
06.02.2012