

Vann Nath, ein Überlebender der Diktatur der Roten Khmer in Kambodscha, ist am 5. September im Alter von 66 Jahren verstorben. Er war Künstler. Er wurde in 1978 verhaftet, weil ihm plötzlich vorgeworfen wurde, gegen die Moral der Kommunistischen Partei verstoßen zu haben. Seit dem Sturz des Regimes 1979, verwendete er sein Talent, um von der Grausamkeit der Herrschaft Pol Pots zu künden. Er hat insbesondere das Leben im Konzentrationslager S-21 beschrieben, wo er inhaftiert war.

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 Folter Szene von Vann Nath
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Er hat auch seinen Teil zum Film S-21 von Rithy Pahn beigesteuert. Der Film werden ehemalige Lagerinsassen interviewt. In S-21 wurden “Feinde des Regimes” gefoltert und hingerichtet. Vann Nath zählte zu den wichtigsten Zeugen dieser düsteren Zeit. Experten schätzen, dass zwischen 1975 und 1979 1,7 Millionen Menschen ermordet wurden. Das sind 20% der kambodschanischen Bevölkerung. Die “Demokratische Republik Kampuchéa” (so der Name des Landes zu Zeiten Pol Pots) ist also für einen echten Massenmord verantwortlich.

Zur Zeit beschäftigt sich die Internationale Justiz mit dieser blutigen Epoche. 4 ehemalige Führer des Regimes müssen sich derzeit vor ein Tribunal in Kambodscha, welches von den vereinten Nationen unterstützt wird, verantworten. Der Prozess ist ein Anlass, um die Geschichte dieses Volks, über die zuviel geschwiegen wurde, wieder ins Bewusstsein zu bringen. Es bleibt zu hoffen, dass der Wunsch Vann Naths nach seinem Tod wahr wird: Nichts vergessen, aufdecken, bestrafen.
Gautier FERON
