Franzosen Vorbild für Neue Russische Kunstakademie
Etwas verspätet berichtete die Ausgabe der Gazette de Berlin vom 7. Februar 1758 von der Ende 1757 erfolgten Gründung einer Akademie für Malerei und Bildhauerei in St. Petersburg, die richtigerweise „Akademie der drei edlen Künste“ (Malerei, Bildhauerei und Architektur) genannt wurde. Anfänglich schwankte man in der Ausrichtung der Akademie zwischen den Franzosen und den Italienern. Man entschied sich aber letztendlich für die Ersteren, mit der Begründung dass die Künste in Frankreich in den letzten 200 Jahren einen derart hohen Grad an Perfektion erreicht hätten.
Weiter wurde berichtet, dass der französische Bildhauer Nicolas Francois Gillet nach Petersburg an die Akademie berufen wurde, um dort für drei Jahre zu wirken. Tatsächlich blieb Gillet mehr als 20 Jahr in Russland. 1764 wurde die Akademie von Katharina der Großen in kaiserlicher Kunstakademie umbenannt und damit zum Zentrum der russischen Kunstpolitik. Fast alle großen Namen der russischen Kunst der letzten 250 Jahre sind durch diese Schule gegangen. Während der Sowjetzeit wurde die Akademie nach Moskau verlegt und besteht dort heute als Russische Kunstakademie fort.
In St. Petersburg zeugt noch das 1764-1788 erbaute imposante Gebäude an der Newa gegenüber dem Winterpalais von der glorreichen Geschichte dieser Akademie.
Frank Drauschke
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