Botschaftssekretär im Gefängnis
Nachdem die Österreicher gezwungen wurden, den ehemaligen Sekretär an der preußischen Botschaft in Dresden freizulassen, empfand es die Gazette de Berlin als ihre Pflicht, die Öffentlichkeit, über die ungeheuerlichen Bedingungen und die Ungerechtigkeit unter der er in den Gefängnissen zu leiden hatte, zu informieren. In ihrer Ausgabe vom 20. Mai 1758 berichtete sie ausführlich über die Entführung und Gefangenschaft von Plessmann.
Er war mit seinem Diener am 10. August des Jahres 1757 in Reichenbach in Sachsen von 50 österreichischen Husaren entführt und nach Eger in Böhmen gebracht worden. Dort blieb er zwei Wochen unter Bewachung in einem Privathaus. Am Tag seines Weitertransportes brachten die Wachen schwere Eisenfesseln. Auf seinen Einspruch hin, wurde ihm mitgeteilt, dass dies auf direktem Befehl der Kaiserin geschehe. Durch diese Behandlung, wie ein gemeiner Krimineller, verfiel er in solche Agonie, dass er für viele Monate die Stimme verlor.
Gefesselt an Füssen und Händen wurde er und sein Diener nach Wien in das berüchtigte Gefängnis „Stockhaus“ gebracht. Dort sperrte man sie in einen winzigen Verlass. Nach 15 Tagen wurden sie getrennt und in ein anderes Gefängnis, das „Rumorhaus“, verlegt. Dort wurde Plessmann, wie er später erfuhr, in die geheimste Zelle des ganzen Hauses gesperrt. Das vergitterte Fenster war nur ein Schlitz, durch den selbst am helllichten Tag nur ein schwacher Schein fiel. In dieser Situation verharrte Sekretär Plessmann bis zu dem Tag seiner Freilassung, an dem er mit seinem Diener unter Bewachung in einer Kutsche nach Jägerndorf an die preußische Grenze gebracht wurde.
Frank Drauschke
Um die Übersetzung auf Französisch zu lesen, drücken Sie hier.
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