

1. Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Deutschland?
Ich hab Deutsch mehrere Jahre lang gelernt und studiert. Es ist allerdings richtig, dass mir die Praxis fehlt! Als erster Sekretär des Parti Socialiste habe ich viel mit der SPD zusammengearbeitet und in dieser Funktion bin ich mehrmals nach Berlin gereist. Und genauso habe ich auch mehrmals meine deutschen Kollegen in Paris empfangen. Seitdem ich nun auch Kandidat bei den französischen Präsidentschaftswahlen bin, habe ich Berlin im vergangenen Mai und Dezember Berlin besucht, um an einem Bundeskongress der SPD teilzunehmen, das war das erste Mal für einen französischen sozialistischen Leader! Der Empfang, der mir von den Leadern der SPD, unter anderem Sigmar Gabriel, aber auch von den sozial-demokratischen Beauftragten bereitet wurde, war bemerkenswert und die Reise bleibt mir in guter Erinnerung. Sigmar Gabriel hat zudem netterweise am 17 März letzen Jahres an einer Kräfteversammlung des europäischen Fortschritts in Paris teilgenommen, für eine Wiedergeburt Europas. Wir hatten somit die Gelegenheit zusammen unsere gemeinsamen Vorstellungen zu der Reorientierung Europas in eine Richtung des Wachstums und der Einstellung zu besprechen. Es ist wahrscheinlich das erste Mal seit 30 Jahren, dass die Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Sozialdemokraten so eng ist.
2. Welche Vorstellung haben sie von der zukünftigen deutsch-französischen Beziehung?
Die Partnerschaft und Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich bilden einen grundlegenden Horizont und eine wertvolle Hinterlassenschaft für unsere beiden Länder. Das ist auch der Grund, weshalb ich mehrmals betont habe, dass meine erste Auslandsreise als französischer Präsident nach Deutschland gehen soll.
Unser gemeinsamer Horizont findet seinen ganzen Sinn in einer europäischen Perspektive: ohne die deutsch-französische Freundschaft würde es kein vereintes Europa geben und auch keine dauerhafte Antwort auf die Probleme, die die Krise aufwirft. In diesem Sinne brauchen wir in naher Zukunft eine noch engere Verständigung zwischen unseren beiden Ländern, um mit Erfolg die europäischen Herausforderungen zu meistern.
Außerdem ist es sehr wichtig daran zu erinnern, dass die deutsch-französische Freundschaft mitziehen, Impulse setzen und überzeugen soll, nicht jedoch etwas auferlegen. Sie soll nicht als Vorstand fungieren, aber dynamische Impulse setzen, in denen sich alle Partner, große und kleine Staaten, alte und neue und die Institutionen der Union wieder finden und alle die gleiche Rolle spielen, sich denselben Respekt erweisen und mit der gleichen Achtung bedenken.
Am 22. Januar 2013 zelebrieren wir den 50. Geburtstag des Elysée-Vertrags und ich wünsche mir, dass wir mit den deutschen Obrigkeiten, diese Hinterlassenschaft Konrad Adenauers und Charles de Gaulles besonders bei den jungen Generation wieder beleben und verlängern können. Deshalb habe ich auch vorgeschlagen, dass anlässlich dieser deutsch-französischen „Goldhochzeit“, der Elysée-Vertrag erneuert und erweitert wird, um auch den Herausforderungen von morgen gewachsen zu sein.
3. Welche Vorschläge haben Sie für die im Ausland lebenden Franzosen?
Mein Projekt, mein Veränderungswille richtet sich an alle, Franzosen in Frankreich und im Ausland. Diejenigen Landsmänner, die im Ausland leben, sind wichtig für unser Land. Sie sind die Botschafters Frankreichs. Ich möchte ihren Erwartungen entgegen kommen.
Ein gerechtes Schulsystem beschäftigt mich zunächst, denn ich kenne die Probleme, mit denen die Franzosen im Ausland konfrontiert werden, wenn sie ihre Kinder einschulen wollen. Die perversen Effekten der Maßnahmen, die bezüglich des Schulgeldes genommen wurden, haben eher die Franzosen aus reichen Verhältnisse bevorzugt und die aus ärmeren benachteiligt. Ich werde dafür sorgen, dass die französische Schule im Ausland alle Schüler der Franzosen im Ausland aufnehmen können, ich werde von sozialen Kriterien abhängige Stipendien einrichten.
Der Erhalt öffentlichen Dienste ist eine andere Priorität, die ich mir setze, angesichts der Probleme, die die öffentlichen Dienste Frankreichs im Ausland, unter anderem die Konsulate, haben. Die Ära der Geringschätzung der öffentlichen Dienste soll ein Ende haben. Die Franzosen im Ausland sollen die Dienste der Verwaltung wahrnehmen können. Wir werden auch die kulturelle Präsenz durch die kulturellen Institute Frankreichs im Ausland verstärken müssen.
Die Solidarität ist eine meiner Verpflichtungen, da eine große Anzahl unserer Landsmänner im Ausland mit Ungewissheit und sozialer Unebenheit kämpfen zu haben. Ich werde, wenn ich gewählt werden sollte, die Möglichkeiten der sozialen Handlung für die Franzosen im Ausland verbessern.
François Hollande

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Antworten der anderen Kandidaten :
- Nathalie Arthaud (Lutte Ouvrière)
- François Bayrou (Mouvement Démocrate)
- Jacques Cheminade (Solidarité & Progrès)
- Nicolas Dupont-Aignan (Debout La République)
- François Hollande (Parti Socialiste)
- Eva Joly (Europe Ecologie-Les Verts)
- Marine Le Pen (Front National)
- Jean-Luc Mélenchon (Front de Gauche)
- Philippe Poutou (Nouveau Parti Anticapitaliste)
- Nicolas Sarkozy (Union pour un Mouvement Populaire)