

1. Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Deutschland ?
Schillers, Heines, Leibniz’, Lessings, Haydns, Mozarts und Beethovens Deutschland ist ein Teil von mir. Ich gehöre zu der Generation des Traité de l’Elysée von 1963, einer Generation mit einer wieder gefundenen reziproken Neugierde und dem Bedürfnis zusammen ein unserer besten, gemeinsamen Vergangenheit würdiges Europa zu erbauen. Ich gehöre der Generation der Städterpartnerschaft an. Seitdem ist die Zahl der französischen Jugendlichen, die Deutsch lernen und die der deutschen, die Französisch lernen stark zurückgegangen und die zeitgenössische Mediengesellschaft hat den Platz der Gesellschaft der Besonnenheit über die Unterschiede des anderen eingenommen.
Wir müssen also etwas zusammen neuerfinden, ohne auf die Bestandteile der Vergangenheit zurück kommen zu können, aber indem wir den Elan in einem anderen Kontext erneuern, wir wollen einen universelleren, aber auch intimeren Elan. Die Politik von „Merkozy“ entspricht natürlich nicht dieser Ambition. Sie dient nur der Finanzoligarchie, macht die Finanzeinrichtungen wieder flott und unterstützt Kargheit und soziale Plünderung. Meine Freundin Helga Zepp LaRouche, Präsidentin des Büeso, und ich haben uns fest vorgenommen unseren Völkern und auch den anderen Nationen der Welt eine entgegengesetzte Perspektive zu eröffnen; eine Perspektive der gemeinsamen Entwicklung unserer kreativen Begabung zu Gunsten der anderen. Utopisch, nicht realisierbar? Nein, denn es ist das aktuelle System, dass uns in eine Sackgasse führt. Wir restlichen Franzosen und Deutschen müssen die Herausforderung annehmen im XXI. Jahrhundert für den Frieden und die gegenseitige Entwicklung das zu mobilisieren, was im XX. Jahrhundert zur gegenseitlichen Zerstörung geführt hat.
Mein persönlicher Bezug zu Deutschland ist, um es noch einmal zusammen zu fassen, das, was die Griechen „philia“ nannten. Eine Freundschaft muss sich bewähren, in dem sie gegen den zerstörerischen Imperialismus, der die Welt der City und der Wall Street regiert, kämpft und sie dazu erhebt das Fundament einer neuen europäischen und weltweiten Renaissance zu bauen. Das Persönliche ist für mich, in Zeiten von Aufruhr und Bedrohung, intim mit dem Politischen liiert.
2. Welche Vorstellung haben sie von der zukünftigen deutsch-französischen Beziehung ?
Ich könnte ironischer Weise das bekannte Zitat des großen Philosophen de Trèves, Nicolas de Cue, zitieren: durch ein Projekt einer höheren Ordnung, als die unserer eigenen Beiträge, zu der Übereinstimmung der Gegensätze kommen. Das bedeutet die visionäre Lyrik der deutschen Kultur mit der wissenschaftlichen Strenge der französischen Kultur zu vereinen, um gemeinsam ein Prinzip der geteilten Entdeckung neuer Prinzipien zu schaffen. Dies würde die Basis der Entspannung, der Verständigung und der Zusammenarbeit weltweit bedeuten. Ich denke, dass wir die Herausforderung annehmen sollten, gemeinsam unsere Nationalstaaten zu befreien, die heute noch unter der Finanzoligarchie leiden. Wir könnten einen Beitrag zu der „Universellen Republik“, wie Victor Hugo sie nannte, leisten. Wir könnten Katalysatoren sein, anstatt nur Diener zu bleiben, gesetzt dem Fall, dass wir das Prinzip des Vorteils Dritter wieder aufleben lassen, das 1648 im Frieden Westfalens erwähnt war. Unsere Zukunft liegt also, weit über das westliche Europa hinaus, in der Perspektive einer eurasischen Brücke der Entwicklung, die sich von dem Atlantik bis zum chinesischen Meer erstreckt, sowie einer Brücke, die den amerikanischen Kontinent mit dem asiatischen Kontinent über die Meerenge Berings verbindet. Menschen, die nur Häuser bauen, werden sich immer bekriegen, wenn sie eines Tages nicht anfangen Brücken zu bauen.
3. Welche Vorschläge haben Sie für die im Ausland lebenden Franzosen?
Zunächst einmal, dass das Auswärtige Amt aufhört die kulturellen Behörden weltweit sauber zu scheuern. Wir haben etwas Fundamentales weiter zu geben und wir müssen daran glauben.
Darüber hinaus, schlage ich drei Initiativen vor:
- die Erschaffung eines Rats für äußeres kulturelles Handeln beim Präsidenten der Republik, damit unser kulturelles Bemühen mit einer geteilten Großzügigkeit wieder auflebt,
- Die Bereitstellung eines europäischen Forums der Kultur, um europäischen Intellektuelle in einer regelrechten Entdeckungs- und Völkerrespektskultur ein zu beziehen, im Gegensatz zu der Inbesitznahme und Einschüchterung der Oligarchie,
- Die Erschaffung einer weltweiten Agentur der Übersetzung, um der Außenwelt unsere Realisierungen und die der anderen Länder unserem Land zu zeigen, mittels einer mehrsprachigen Entwicklung, die das Bewusstsein und dem Empfang schärfen soll.
Die so erschaffene Umgebung sollte unserem Bild in der Welt wieder einen Sinn geben, als Rückenstärkung der Arbeit der Franzosen im Ausland. Wir könnten zum Beispiel in einigen Ländern unsere „Centres culturels“ mit Deutschland teilen, indem wir deutsch-französische Zentren kreieren. Das würde bedeuten den Elan der Partnerschaften außerhalb unserer Grenzen zu erneuern, indem wir eine echte europäische Kultur für die Franzosen und Deutschen im Ausland fördern und den Ausländern das Bester unserer Selbst präsentieren.
Jacques Cheminade

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Antworten der anderen Kandidaten :
- Nathalie Arthaud (Lutte Ouvrière)
- François Bayrou (Mouvement Démocrate)
- Jacques Cheminade (Solidarité & Progrès)
- Nicolas Dupont-Aignan (Debout La République)
- François Hollande (Parti Socialiste)
- Eva Joly (Europe Ecologie-Les Verts)
- Marine Le Pen (Front National)
- Jean-Luc Mélenchon (Front de Gauche)
- Philippe Poutou (Nouveau Parti Anticapitaliste)
- Nicolas Sarkozy (Union pour un Mouvement Populaire)