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 In Mali stürmte am 22. März die Armee die Regierung.
Grund: Absetzung des Präsidenten.
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In der Nacht von Mittwoch, den 21. März, auf Donnerstag, den 22.März, haben aufständische Putschisten unter der Führung von Hauptmann Amadou Sanogo in der malischen Hauptstadt Bamako zuerst das Gebäude des staatlichen Rundfunks und Fernsehens gestürmt, bevor sie anschließend den Präsidentenpalast überfielen. Anschließend erklärten die Putschisten, dass die Regierung abgesetzt sei. Als Begründung für den Putsch wird die Unzufriedenheit mit der malischen Regierung angegeben und die zu geringfügige Unterstützung im Kampf gegen die Tuareg.

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 Präsident Amadou Toumani Touré konnte rechtzeitig fliehen, bevor der Regierungspalast von der malischen Armee gestürmt wurde.
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Zuvor wurden mehrere Minister festgenommen. Der amtierende Präsident Amadou Toumani Touré konnte rechtzeitig flüchten und befände sich nun in einem Militärcamp. Zudem sollen alle Institutionen aufgelöst worden sein und über die Stadt wurde eine Ausgangssperre verhängt. Anlass für diese Revolte war die Unzufriedenheit der Putschisten mit der Regierung Tourés, die sie als unfähig bezeichneten, gegen den brodelnden Konflikt mit der Rebellentruppe Tuareg vorzugehen. Vor allem die schlechte militärische Ausrüstung, die für den Kampf gegen die Tuareg benötigt würde, führte zu einer großen Unzufriedenheit innerhalb der Armee.

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|  Tuareg (Foto : Loïc Baron)
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Die Tuareg und ihre Geschichte:
Dem Nomadenvolk Tuareg gehören bis zu drei Millionen Menschen an, die in Algerien, Burkina Faso, Libyen, Mali und Niger leben. Die Sprache ist Tuareg, ein Zweig der Berbersprache. Das Volk musste jedoch immer um Anerkennung als freies Volk und ihre Traditionen kämpfen.
Ein Grund für das schlechte Zusammenleben zwischen der malischen Bevölkerung und den Tuareg liegt schon Jahre zurück. Als Nomadenvolk sind die Tuareg durch Mali und andere Länder gezogen und haben von den schwarzen Bauern Nahrung gestohlen und Menschen als Sklaven mitgenommen. Somit besteht ein schwieriges Verhältnis zwischen den beiden Kulturen.
Im 19. Jahrhundert lehnten sich die Tuareg gegen die Kolonialmacht Frankreich auf. Daraufhin folgte ein Friedensvertrag im Jahre 1917.
Nach der Aufhebung der Kolonialmacht Frankreichs wurde dem Nomadenvolk ein Gebiet zwischen Algerien, Mali und Niger zugesprochen. Kleinere Stämme waren auch in Burkina Faso und Libyen angesiedelt.
Im Jahre 1990 und 1995 lehnten sich die Tuareg gegen die Unterdrückung durch die Regierung von Mali und Niger auf. Diese Unruhen wurden erneut durch einen Friedensvertrag beendet.
Im Jahre 2007 kam es zu Auseinandersetzungen, da die Tuareg der Regierung vorwarfen, den Friedensvertrag nicht einzuhalten.
Seit Anfang des Jahres 2012 kam es erneut zu großen Auseinadersetzungen in Mali zwischen dem Nomadenvolk und der malischen Armee.
M.H. |
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 Putschisten-Chef Amadou Haya Sanogo will nach eigenen Angaben nicht an der Macht bleiben. (Bild : ORTM)
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Tausende Menschen
auf der Flucht
Schon seit mehreren Wochen herrschen Unruhen in Mali. Diese resultieren aus dem Konflikt zwischen der Rebellentruppe der Tuareg (Mouvement national pour la libération de l’Azawad“), die ihre Autonomie von Mali fordert und der Regierungsarmee. Vor allem im Norden Malis kam es zu großen Auseinandersetzungen, die in blutigen Kämpfen endeten. Seit dem Ausbruch des Konfliktes am Anfang des Jahres seien fast 217 000 Menschen auf der Flucht und suchen Asyl in den Nachbarländer, verkündete die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ (GfbV) am Montag den 19. März. Die Unabhängigkeitskämpfer (MNLA) haben seit Januar ihre größte Offensive gegen die relativ schwach ausgerüstete malische Armee gestartet, ausgestattet, so wird es vermutet, mit hochwertigen Waffen von Libyen, die aus dem gestürzten Gaddafi-Regime stammen sollen.

Eine Verbindung zwischen den Unabhängigkeitskämpfern der Tuareg zur Terrorfiliale "Al-Kaida im islamischen Maghreb" ("Al Qaida au Maghreb Islamique" AQMI) soll nicht bestehen, so der Sprecher der Turareg, Moussa Ag Atter. Viel mehr wirft dieser der malischen Armee vor, nicht gezielt gegen die AQMI vorzugehen und in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Glaubt man jedoch neusten Informationen, so soll doch eine Verbindungen zwischen den beiden Gruppen geben.

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 Alain Juppé, Außenminister Frankreichs, kritisierte den Putsch.
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Putsch führt zu Kritik
Die Stürmung des Präsidentenpalasts wurde von Frankreich, Malis ehemaliger Kolonialmacht stark kritisiert. Außenminister Alain Juppé erklärte, dass „die Kooperation mit Mali beendet ist“. Jedoch versprach Juppé, die Bevölkerung weiterhin mit humanitärer Hilfe zu unterstützen und den Kampf gegen den Terrorismus weiter zu verfolgen. Zudem forderte er die planmäßige Durchführung der Präsidentschaftswahlen, die für April angesetzt wurden. Die Wahlen wurden jedoch vom Militärrat abgesagt. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant verkündete in einer Erklärung, dass die verfassungsmäßige Ordnung unmittelbar wiederhergestellt werden müsse und die Sicherheit des Präsidenten gewährleistet sein müsse. Auch die USA verurteilen den Putsch und fordern ebenfalls die sofortige Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle verlangt "einen umgehenden Verzicht von Gewalt".


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|  Die Nachbarländer von Mali, die ebenfalls mit Unruhen zu kämpfen haben.
(Quelle: La Gazette de Berlin)
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Ähnliche Probleme bestehen auch in den Nachbarländern von Mali:
Der Sudan wurde im Jahre 2011 geteilt, nachdem der Süden für seine Unabhängigkeit gestimmt hatte. Vorangegangen ist ein jahrelanger Bürgerkrieg zwischen den im Norden lebenden "Weißen“ und den im Süden lebenden "Schwarzen“ .
Schwierig ist ebenfalls das Zusammenleben zwischen den in Mauretanien lebenden "Schwarzen" und "Weißen". Obwohl die Sklaverei in Mauretanien im Jahre 1980 offiziell abgeschafft wurde, finden sich trotzdem noch einige "Schwarze" in Sklaverei wider. Viele "schwarze" Mauretanier flüchteten deshalb aus ihrem Land oder wurden auf Grund ihrer Hautfarbe aus ihrem eigenen Land deportiert. Um gegen diesen Zustand anzukämpfen, ist es seit 2007 strafbar, Sklaven zu halten.
In Niger leben viele Tuareg Nomaden, die ebenfalls für ihre Unabhängigkeit kämpfen. Momentan ist die Lage ruhig. Dies ist vor allem wichtig für Frankreich, denn der Staatskonzern Areva baut Uran in Niger ab für Europas Atomstrom und beliefert unter anderem auch Deutschland. Somit ist Frankreich sehr interessiert, dass sich die Situation in Niger nicht verändert und keine Kämpfe ausbrechen, sowie es gerade der Fall in Mali ist.
Marisa Hahn
23.03.2012

Mali
Hauptstadt: Bamako
Amtssprache: Französisch
Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Bambara (Mande-Sprache)
Unabhängig von Frankreich seit 1960
Einwohner: 14.517.176 (Zensur 2009)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner: 517 US$ (vlg. Deutschland: 40.273 US$)
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