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   25.05.2013 
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Arno Klarsfeld, Chef der nationalen Einwanderungs- und Integrationsbehörde OFII, fordert eine Mauer zwischen Griechenland und der Türkei, um die illegal Einwanderung zu unterbinden.
dessin: Victor Coste



Seit dem Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten wurden mehrere Kandidaten für den freigewordenen Posten vorgeschlagen. „Die Linken“ schicken für ihre Partei Beate Klarsfeld ins Rennen, die in Frankreich sowie in Deutschland als Nazi-Jägerin Berühmtheit erlangen hat. Auch ihr Sohn, Arno Klarsfeld, findet sich häufiger in den Medien wieder, zuletzt durch seine Äußerung, dass eine Mauer zwischen der Türkei und Griechenland benötigt würde, um die illegale Einwanderung zu limitieren. Anlass, um Arno Klarsfeld, der vor allem in Frankreich als Anwalt und Vertrauter von Nicolas Sarkozy bekannt ist, vorzustellen.




Die Mutter, Beate Klarsfeld, die als Nazi-Jägerin in Frankreich sowie in Deutschland bekannt ist. Sie kandidiert für das Amt des deutschen Bundespräsidenten.

Seine deutsche Mutter, Beate Klarsfeld erlangte im Jahre 1968 Berühmtheit, durch das Ohrfeigen des damaligen Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger, dem sie seine Nazivergangenheit vorwarf. Sein Vater, Serge Klarsfeld, jüdisch-rumänischer Abstammung, sowie seine Mutter nahmen sich zur Aufgabe, NS-Verbrecher ausfindig zu machen und vor Gericht zu bringen. Sie gründeten ebenfalls die „Vereinigung der Söhne und Töchter aus Frankreich deportierter Juden“ (Association des fils et filles des déportés juifs de France), um die Judenverfolgung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.


Die zu großen Fußstapfen seiner Eltern?


Die Rede ist von Arno Klarsfeld, der 1968 in Paris in eine bekannte Familie hinein geboren wurde. Er selbst sah es als seine Berufung, die Arbeit seiner Eltern zu unterstützen. Nach seinem Jurastudium absolvierte er einen Master der internationalen Rechtswissenschaften und arbeitete in New York. Dies war für ihn aber nicht ausreichend. Wieder in Frankreich angekommen, engagierte er sich in der von seinen Eltern gegründeten Vereinigung und vertrat dort die Betroffenen auf rechtlicher Basis.

 

Somit übernahm er die Verteidigung der Opfer bei dem Prozess gegen Paul Touvier, einen Nazi-Kollaborateur, dem zur Last gelegt wurde, verantwortlich gewesen zu sein, für die Ermordung von Juden während des zweiten Weltkrieges. Vier Jahre später übernahm er die Verteidigung der Opfer von Maurice Papon, einem französischen Kriegsverbrecher, dem vorgeworfen wurde, als Nazi- Kollaborateur Juden in Konzentrationslager abgeführt zu haben. Auf Grund seinem großen Interesse an dem jüdischen Staat Israel, nahm Arno Klarsfeld neben der französischen auch die israelische Staatbürgerschaft im Jahre 2002 an und absolvierte einen Militärdienst in Israel.


Eine Karriere stark von Nicolas Sarkozy geprägt:

 

 

 

- Anwalt der „Vereinigung der Söhne und Töchter aus Frankreich deportierter Juden“ in dem Prozess gegen Paul Touvier und Maurice Papon (1994 und 1997)

 

 

- Beauftragt von dem Innenminister, Nicolas Sarkozy, einen Bericht zu erstellen zum Thema „das Gesetzt, die Erinnerungsaufgabe der Geschichte“ (Dezember 2005)

 

 

- Beauftragt von dem Innenminister, Nicolas Sarkozy eine Bericht zu erstellen zum Thema "Kriminalität" (Mai 2006)

 

 

- Beauftragt von dem Innenminister, Nicolas Sarkozy den Konflikt zwischen der Mobilisierung der Obdachlosen und der Vereinigung „Die Kinder von Don Quichotte“ zu lösen (Dezember 2006)

 

 

- Beauftragt von dem Innenminister, Nicolas Sarkozy einer Umwelt- und Transportaufgabe (Februar 2007)

 

 

- Kandidat bei den Legislativwahlen in Paris für den zwölften Stadtbezirk für die UMP unterstützt von Nicolas Sarkozy. Arno Klarsfeld unterlag seiner Gegnerin Sandrine Mazetier -PS- (55,85 % zu 44,15 %).

 

 

- Berater von François Fillon, Premierminister (Juli 2007- Oktober 2010)

 

 

- Beauftragt für die Beschaffung von Informationen und einem Vorschlag für die französische Hilfe, um Haiti wieder aufzubauen (Januar 2010)

 

- Benannt in Conseil d’État (Staatsrat) nach einem Vorschlag von Nicolas Sarkozy 27. Oktober 2010

 

- Benannt Präsident des Office français de l'immigration et de l'intégration nach einem Vorschlag von Nicolas Sarkozy (12. September 2011)

 

M.H.


Der impulsive Freund von Nicolas Sarkozy




Arno Klarsfeld ist häufiger in Talkshows geladen. Hierbei kann es passieren, dass Arno Klarsfeld bei einer Meinungsverschiedenheit seinem Gegner ein Glas Wasser über den Kopf giesst.

Auch politisch ist Arno Klarsfeld aktiv- er ist Mitglied der UMP, der Partei von Nicolas Sarkozy. Diesen unterstützte er schon in seinem vorigen Wahlkampf sowie er ihm nun erneut seine Mithilfe bei der jetzigen Wahlperiode zusicherte. Ganz nebenbei ist der auch der Ex-Freund der gerade amtierenden Firstlady, sodass Sarkozy und Klarsfeld auch auf privater Ebene eine gemeinsame Verbindung haben. Vor allem durch seine auffällige Fortbewegung im Justizpalast- auf Rollschuhen, sorgte Arno Klarsfeld für Gesprächsstoff. Er schreckt selbst nicht davor zurück, in einer Talkshow ein Glas Wasser über Robert Ménard, einen französischen Journalisten und Gründer der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ zu leeren, in einem Streitgespräch über das Thema Negationismus.



Somit stets impulsiv, sprach er sich im Jahre 2004 für Georg Bush aus, als der Angriff von den USA gegen den Irak heftig umstritten war. Seit September 2011 hat er den Posten des Chefs der nationalen Einwanderungs- und Integrationsbehörde OFII übernommen. Zuletzt trat er erneut in die Öffentlichkeit und sorgte für Schlagzeilen mit den Worten, dass es eine 130 Kilometer lange Mauer zwischen der Türkei und Griechenland benötige, um die illegale Einwanderung nach Europa zu verhindern. Er begründete seine Aussagen, dass „dieser Zaun nur eine Frage der Vernunft ist“ und es ebenso eine Barriere zwischen den USA und Mexiko gäbe, um die Einwanderung zu unterbinden.

 


Alles- aber nichts richtig?


Letztlich bekommt man den Eindruck, dass es nichts gibt, was Arnaud Klarsfeld noch nicht in Angriff genommen hat. Er publizierte Bücher wie „Papon, un verdict français“ und auch als Schauspieler hat er sich schon versucht. Eine Person, die vor allem in Frankreich als „Playboy“ bezeichnet wird, durch sein spezielles Auftreten- seine Haare, die regelmäßig lässig nach hinten geworfen werden, und die nahezu auf allen Ebenen vertreten ist.



Marisa Hahn

13.03.12








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