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Grabmal von Moritz Graf von Sachsen, St.Thomas, Straßburg, um 1900

Pigalle – ein gefeierter Bildhauer

Die Ausgabe der „Gazette de Berlin“ vom 14. September 1756 berichtete vom Louvre in Paris direkt aus dem Atelier des gefeierten Bildhauers Jean-Baptiste Pigalle (1714-1785). Den heutigen Lesern wird er hauptsächlich nur durch den „Place Pigalle“ ein Begriff sein.

 

Der Künstler präsentierte gerade sein neuestes Werk, ein großes Modell des Grabmales für den deutschen Kriegsherrn in französischen Diensten Moritz Graf von Sachsen. Er war eines der Kinder von August dem Starken, hatte sich als Feldherr einen Namen gemacht und war in Frankreich als „Maréchal de saxe“ bekannt.

 

Schon der Entwurf des Kunstwerkes wird in der Gazette in überschwänglichen Worten beschrieben. Der Held stehe aufrecht mit dem Marschallsstab in der Hand über dem schon geöffneten Grab vor einer Pyramide mit Waffentrophäen und Attributen des Sieges. Frankreich versucht ihn noch vor dem Tod, das Skelett mit einem Tuch verdeckt, fernzuhalten. Weiter heißt es: „Die edle & kühne Poesie, die sich in der Erfindungskraft des Bildhauers spiegelt, präsentiert ein gleichermaßen majestätisches und ergreifendes Kunstwerk.“

 

Der Graf war 1750 gestorben, konnte aber als Protestant nicht in Paris bestattet werden. So sollte das in Marmor gestaltete Grabmal über seinem Grab in der lutherischen St. Thomas Kirche von Straßburg errichtet werden. Die Vollendung dieses, neben dem „Merkur mit den geflügelten Sandalen“ und der Statue des nackten Voltaire, wichtigsten Werk Pigalles lies allerdings noch lange auf sich warten. Die feierliche Einweihung fand erst im Jahr 1777 statt.

 

Frank Drauschke

 

 

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