Orkan über Paris
Auch vor 250 Jahren wüteten heftige Stürme in Europa.
Die Ausgabe der Gazette de Berlin vom 21. April 1757 berichtete ausführlich über die Folgen die solch ein Sturm in Frankreich angerichtet hatte.
Am Abend des 27. März 1757 war einer der schrecklichsten Orkane über Paris hereingebrochen. Die Kraft des Windes war so gewaltig, dass sehr viele Schornsteine umfielen und Dächer besonders der höheren Gebäude abgedeckt wurden. So wurden die Dächer der meisten Kirchen, des Palais des Tuileries und des Louvre fast vollständig abgetragen. Viele Bäume im Garten der Tuilerien, in den öffentlichen Parks und Boulevards wurden entwurzelt. Glücklicherweise wurde niemand getötet oder verletzt. Nachdem sich der Sturm gelegt hatte, konnte man das ganze Ausmaß des Schadens betrachten. Es mussten zehntausende schwere Bleiteile eingesammelt werden, die der Wind davon geweht hatte.
Derselbe Orkan hatte im ganzen Land großes Unheil angerichtet. Besonders in Le Havre-de-Grâce kam es zu sehr ernsten Zwischenfällen. Die Ungestümheit des Windes ergriff einen Teil des Daches des Komödientheaters und der andere Teil stürzte auf die Leuchter und Lampen des Theaters. Das Feuer griff sofort auf die Dekoration über und in Kürze stand der ganze Saal in Flammen, indem gerade 500 Personen einem Schauspiel folgten. Elf Todesopfer mussten beklagt werden, eine Person wurde erdrückt und die Anderen erstickten oder starben in den Flammen, darunter war eine Reihe von Damen, die in den Logen eingeschlossen wurden. 30 weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Der ganze Vorfall dauerte drei Stunden. Der Saal und das gesamte Gebäude wurde ein Raub der Flammen und bis auf die Grundmauern zerstört. Es bestand die Gefahr, dass die Feuerbrunst auf die ganze Stadt übergreift, hätte man es nicht geschafft, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Frank Drauschke
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