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Geschenkideen von vor 250 Jahren

Buchtipps der Gazette de Berlin

 

Die Nachrichten in der Ausgabe der Gazette de Berlin vom 23. Dezember 1756 waren wenig weihnachtlich, aber auch nicht ganz so kriegerisch wie an vielen anderen Tagen des Jahres 1756.

Den nach Weihnachtsgeschenken suchenden ratlosen Lesern gab der

Herausgeber der Zeitung, Friedrich Wilhelm Birnstil, noch sechs

Buchempfehlungen mit auf den Weg. Alle Werke konnten noch kurzfristig in seinem Geschäft bezogen werden.

Besonders empfohlen wurden, neben dem ausführlich Besprochenen medizinischen Nachschlagewerk von Friedrich Boerner für 8 Groschen, ein Lehrbuch zur Erlernung des Alphabets für Kinder für 3 Groschen, das ABC für den guten Christen für 1 Groschen oder, etwas verwegener, „Das Leben der Marianne oder die Abenteuer der Comtesse ***“, von Mr. de Marivaux in 12 Teilen, für die beachtliche Summe von zwei Reichsthalern und 8 Groschen. Für den Gabentisch gab es auch noch eine Biographie von Louis Mandrin und eine neue Übersetzung der Fabeln von Phaedrus. Die erstaunlichste Empfehlung zu Weihnachten war jedoch ein Pamphlet zur Reduzierung der Anzahl der Gotteshäuser.

 

Die letzte Ausgabe der Gazette vor dem Weihnachtsfest vor 250 Jahren schloss mit diesem Spottreim:

 

Epitase auf einen geizigen Camisard

Der größte Geizhals der Cevennen

Unter weißem Marmor ruht der Narr:

Er starb extra am letzten Tag des Jahres

aus Angst Geschenke zum Neujahr geben zu müssen.

 

Frank Drauschke

 

 

 >>> No. 14

 

 >>> No. 16

 

Historische Miszellen von Facts & Files - Historisches Forschungsinstitut Berlin - www.factsandfiles.com

 

 








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