London: Diamanten und Schiffe
Fast in jeder Nummer berichtete die „Gazette de Berlin“ über Neuigkeiten aus London, über Kriegerisches und Profanes. So ebenso in der Ausgabe vom 16. September 1756:
Skandal um Admiral Byng: Er zog sich den Zorn des Volkes zu, weil er, in Kleidern seiner Schwester, versucht hatte, aus dem Gefängnis zu fliehen. Am ersten Wachposten kam er erfolgreich vorbei, doch der zweite Posten hatte ihn erkannt und gestellt.
Der Admiral saß im Gefängnis, da er nach der verlorenen Schlacht um die Mittelmeerinsel Menorca einfach nach London zurückgekehrt war. Er wurde am 14. März 1757 in London standrechtlich erschossen.
Kriegerisches aus Amerika: Es wird berichtet, dass Lord Loudun nun endlich in New York eingetroffen ist und den Oberbefehl über die Truppen übernommen hat.
Bald danach wurde er wegen seiner Zögerlichkeit im Kampf gegen die Franzosen und die Indianer vom Oberkommando der britischen Einheiten entbunden.
Handel mit Asien: Die Ostindische Gesellschaft gibt bekannt, wie viele Schiffe sie im kommenden Jahr auf die Reise schicken wird: fünf Schiffe nach Madras und China, drei nach Bengalen, zwei nach St. Helena, eins nach Persien und Bombay und fünf weitere über verschiedene Routen nach China und Indien.
Diamanten: Ebenso wird berichtet, dass gerade drei Schiffe dieser Gesellschaft heimgekehrt sind. Unter den vielen Waren an Bord befindet sich auch ein riesiger Diamant von 400 Grains (ca. 130 Karat), der im Auftrag eines jüdischen Händlers aus London beschafft wurde. Er ist nur um ein Fünftel kleiner als der, den Mr. Pitt zuvor für 213 Tausend Pfund Sterling verkaufen konnte.
Frank Drauschke
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