Die Ausgabe der „Gazette de Berlin“ vom 25. September 1756 berichtete gleich zweimal über „Erschütterungen der Erde“.
In einem aktuellen Artikel aus Carpentras wusste man zu berichten, dass es am frühen Morgen des 28. August zu drei Erdstößen gekommen war, die eine bis sieben Sekunden andauerten. Die Häuser drohten einzustürzen und die Leute wurden in Angst und Schrecken versetzt.
Die allgemeine Furcht war besonders groß, da die verheerenden Folgen des großen Bebens und der Springflut von Lissabon noch in aller Munde waren. In der Rubrik „Neue Literatur“ wurde angemerkt, dass es in den Buchläden nur so an Publikationen zum Thema Erdbeben wimmeln würde. Aber alles was in den letzten Monaten nach der Zerstörung Lissabons geschrieben wurde, bestünde fast ausschließlich nur aus der Kompilation der wahren und falschen Geschichten der Gazetten. Als aktueller Hintergrundbericht wurde daher das fünfteilige Werk von J.H. Kühnlein besprochen. Es hatte den langen und vielsagenden Titel „Das glückliche und unglücklich gewordene Portugal und erschreckte Europa in den großen und vielfältigen Erd- und Wasserbewegungen, welche vom 1. Nov. 1755 bis den 20. Febr. dieses Jahrs zu unterschiednen Zeiten sich ereignet, und so viele Staedte und Laender beschaediget haben. Mit den dermaligen wahrhaften Zustande der Stadt Lissabon“. Nach der Beschreibung des Inhalts der fünf Teile schloss der Autor mit der Empfehlung, dass man alle anderen Traktate zum Thema beiseite legen und dieses Werk für sechs Groschen erwerben könne.