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Anzeige in der Ausgabe der „Gazette de Berlin“ vom 7. Oktober 1756


Weinproben nur für „bare Münze“

 

Werbung vor 250 Jahren

 

Ein Berliner Händler warb in der Ausgabe der „Gazette de Berlin“ vom 7. Oktober 1756 mit einem umfangreichen Katalog an exotischen Delikatessen und Luxusgütern. Die Flasche französischen Weißwein pries er schon für 5 Groschen, die Flasche Médoc für 6 bis 8 und Champagner für 20 Groschen bis 1 Reichsthaler an. Für Feinschmecker wurde Weinessig, feinstes Olivenöl aus der Provence und guter Kaffee aus Martinique, das Pfund für 12 Groschen, angeboten. Sogar Bier aus England wurde nach Berlin importiert und dann für 12 Groschen die Flasche verkauft.

Außer mit Genussmitteln handelte er auch mit wertvollen Möbeln, Silberwaren und Porzellan aus China, das Set für 300 Reichsthaler, und dem damals noch recht neuen Porzellan aus Dresden (Meißner).

 

Sein Kollege, der Berliner Weinhändler Heinrich Ehrenfried Schütze mit einem Geschäft an der Jägerbrücke, ging in einer Anzeige in den Ausgaben der Gazette vom 14. und 16. September 1756 anders vor. Einerseits wollte er Werbung für seine Produkte machen und andererseits aber auch bekannt geben, dass das Schnorren ein Ende hat.

Er ließ verlautbaren, dass er weiterhin Wein vom Rhein, aus Burgund, der Champagne und generell aus Frankreich „en gros & en détail“ für den besten Preis der Stadt anbieten wird. Gleichzeitig jedoch beschwerte er sich, dass viele Kunden die kostenlosen Weinproben ausnutzen und in seinem Laden viel zu viel trinken. Ab sofort, so schrieb er, gäbe es Kostproben nur für „bare Münze“.

 

 

Frank Drauschke

 

 

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 >>> No. 9

 

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