

"Die Haftbedingungen in Frankreichs Gefängnissen sind die schlimmsten in der EU"
Der spanische Menschenrechtskommissar des Europarates, Alvaro Gil-Robles, hat über einen Zeitraum von mehreren Monaten Gefängnisse, Haftanstalten und psychiatrische Anstalten in 32 Ländern Europas besichtigt. Auch Frankreich stattete er gegen Ende seiner ‚Gefängnis-Rundreise’ einen 16-tägigen Besuch ab, um sich mit eigenen Augen über Zustand der Haftanstalten und den dort vorherrschenden Haftbedingungen zu informieren. Doch was er dort vorfand schockierte ihn. "Mit Ausnahme vielleicht von Moldawien habe ich niemals zuvor entsetzlichere Haftbedingungen erlebt", gab er anschließend zu Bericht. In einem Trakt des Pariser Justizpalastes, der für Ausländer vorgesehen ist, seien die Häftlinge in zwei unbelüfteten, von natürlichem Licht abgeschnittenen Kelleretagen zusammengepfercht. Sein Urteil: Unvereinbar mit der Menschenwürde. Und: "Dieser Ort muß dringend geschlossen werden."
Traurige Berühmtheit hat auch das marseiller Großgefängnis Les Baumettes aufgrund seiner katastrophalen Haftbedingungen erlangt. Es liegt beinahe pittoresk auf einem Hügel am Rand von Marseille. Doch in den Genuss der schönen Aussicht kommen die Häftlinge wohl kaum. Les Baumettes ist, wie die meisten der französischen Gefängnisse, chronisch überbelegt. Bis zu vier Insassen müssen sich eine Zelle von gerade einmal sieben Quadratmetern teilen, sodass es nicht einmal eine Schlafgelegenheit für jeden Häftling gibt.
Veronique Vasseur, ehemals Ärztin im pariser Gefängnis Santé, weiß von zahlreichen Selbstverstümmelungen von Häftlingen zu berichten, die auf diese Weise versuchen den menschenunwürdigen Bedingungen zu entkommen. Häftlinge hätten sich die Pulsadern aufgeschnitten oder Rasierklingen geschluckt mit dem Ziel in das Gefängniskrankenhaus verlegt zu werden.
Erschreckend hoch ist auch die Selbstmordrate in französischen Gefängnissen: Drei Suizidversuche zählt die Organisation Prison.eu.org täglich, die Dunkelziffer liegt vermutlich noch wesentlich höher. Vier Todesfälle sind in diesem Jahr bereits zu beklagen. (Stand: 1.2.2008)
Obwohl Menschenrechtsverbände die Situation seit Jahren anprangern, unternimmt der französische Staat kaum etwas dagegen. Die Tradition, dass der französische Staatspräsident am Nationalfeiertag stets mit großzügiger Geste mehreren tausend Gefangenen Teilamnestie gewährt, packt das Problem nicht an der Wurzel, sondern hilft lediglich die Überbelegung kurzfristig etwas zu reduzieren.
Besserung ist nicht in Sicht: Als Alvaro Gil-Robles sich nach seinen Untersuchungen im Jahre 2005 mit dem damals zuständigen Innenminister treffen wollte, sagte dieser das Gespräch kurzerhand ab.
Kasimir Jörg
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Artikel 1 der Menschenrechte in Frankreich :
Die Menschen sind und bleiben von Geburt an frei und gleich an Rechten. Soziale Unterscheidungen können nur durch das Gemeinwohl gerechtfertigt werden.
hehehe!
Wie schön die Hintergründe der Grande Nation sind !