Abgesehen von der Affäre um den Kinderschänder Dutroux in Belgien wurde in den letzten Jahren die Öffentlichkeit immer wieder von Pädophiliegeschichten aufgeschreckt. Im letzten Sommer erschütterte besonders der Fall von Viagra und Pädophilie ganz Frankreich. In Roubaix (Nord Frankreich) wurde Francis Évrard (61 Jahre), ein Vergewaltiger, nach 18 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Kurz danach wollte er sich an einem 5 Jahre alten Knaben vergehen, wurde aber noch rechtzeitig gestellt. Im Gefängnis hatte er von einem Arzt zuvor Viagra verschrieben bekommen.
Dieser Zwischenfall hat die Diskussion über die psychologische Begutachtung von Gefangenen neu entfacht. Die französische Presse war voll von Artikeln über die Gefahr des Rückfalls, besonders von Sexualstraftätern. In diesem Zusammenhang legte die französische Justizministerin Rachida Dati einen Gesetzentwurf vor, der es genau wie in Deutschland erlaubt, Straftäter mit einem hohen Rückfallgefahr nach Absitzen ihrer Strafe weiter in Sicherheitsverwahrung zu nehmen.