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© Thierry Strub
Pic de Bugarach: Pilgerstätte für Esoteriker



Wir befinden uns im Jahre 2012 nach Christus. Die ganze Erde ist vom Weltuntergang bedroht...die ganze Erde? Nein! Denn ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, der Apokalypse Widerstand zu leisten. Seitdem Bugarach (Aude, Süd-Frankreich) durch seinen magischen Berg Pic de Bugarach berühmt geworden ist, sammeln sich dort Touristen und Ansiedler einer ganz speziellen Art. Die Konsequenzen entziehen der Kontrolle der Dörfler.




© ArnoLagrange
Das Paradies für Wanderfreunde ist zum Zentrum der Esoteriker geworden.


Gerüchten zufolge wird die Welt am 21. Dezember 2012 untergehen. Diese Theorie wurde von Anhängern des Maya Kalenders verbreitet, welcher tatsächlich mit diesem Datum endet. Bugarach wäre der einzige Zufluchtsort, um die Apokalypse zu überleben. Das Dorf von weniger als 200 Einwohnern ist laut der Legende ein geweihter Ort, der von einem magnetischen Berg geschützt wird. Die Lage erinnert an den Spielberg Film „Unheimliche Begegnung der dritten Art“. Tatsächlich handelt es sich jedoch lediglich um ein friedliches Bauerndorf, das für seine bukolische Atmosphäre und Wanderungsmöglichkeiten beliebt ist.




© Janneke Stein

Ein neues Zentrum für Ufologen

 

Um Teil der Auserwählten der neuen Welt zu sein, muss man am Tag X bereit sein, von den UFOs in Bugarach abgeholt zu werden. Ganz so absurd scheint das nicht für jeden zu klingen. So empfängt das Dorf seit zehn Jahren Touristen, die davon überzeugt sind, dass die riesige Steinmasse eine Art Garage oder Militärbasis für die kleinen grünen Menschen darstellt. Alles hat angefangen, als ein Ufologe an diesem Ort einen Außerirdischen gesehen, und das Rumpeln der fliegenden Untertassen im Berg gehört hat. Zum Beweis: nicht nur die Nationalsozialisten sondern auch der israelische Geheimdienst Mossad haben dort scheinbar Forschungen untergenommen.


Heute nimmt diese Bewegung jedoch eine ganz andere Dimension an. Für Tausende Fanatiker und Angsthasen, die die Apokalypse erwarten, ist Bugarach „the place to be“ geworden; ihre einzige Hoffnung. Viele beten und zaubern an dem Bergabhang. Zur großen Erheiterung der Dorfbewohner manchmal sogar vollkommen nackt. Bugarach, was früher das Paradies für Wanderfreunde war, ist zum Zentrum des Esoterik-Tourismus geworden. Ufologen oder andere Illuminaten haben Landbesitze für exorbitante Preise gekauft, um dort sektenmäßige Kurse anzubieten. Ein sehr lukratives Business.




Über 50 Familien haben sich in der Nähe von Bugarach Bunker errichtet.

Apokalypse oder Klimakatastrophe?

 

Andere zukünftige Auserwählte sind pragmatischer. Ganze Familien bauen Häuser um und errichten sich richtige Bunker, wo sie mehr als zwei Jahre isoliert überleben könnten. Unterführungen, energetische Autonomie, Wasserwiederverwertungssysteme, Solarofen… nichts ist dem Zufall überlassen. Mehr als die Maya-Legenden befürchten die Bewohner eine Klimakatastrophe. Ob diese 2012, 2015 oder 2020 kommen soll, können sie nicht mit Sicherheit festlegen. Aber eins ist sicher: der Weltuntergang ist nah und sie sind dafür bereit. Als Beleg zitieren sie gern Al Gores Film über globale Erwärmung „Eine unbequeme Wahrheit“.


Ein Glücksfall für die Dörfler...

 

Der wachsende Zulauf von Touristen stellt für Bugarach neue Einkommensquellen dar, obwohl die Unterkunftskapazitäten sehr begrenzt sind. Neben Touristen, die auf dem Berg Skulpturen und Opfergaben hinterlassen, gibt es aber immer mehr Ansiedler, die in Bugarach massenhaft Grundstücke und Häuser kaufen. Einige Dörfler nutzen diese außergewöhnliche Situation erfolgreich aus.

 

„Die Leichtgläubigen! Lass den doch das Maximum zahlen. Wenn man den Preis der alltäglichen Anstrengung, um für den Lebensunterhalt seiner Familie zu sorgen, kennt…und wenn es andererseits freiwillige Trottel gibt, die Unsummen bezahlen, um einem angeblichen Weltuntergang zu entkommen (was übrigens bei diesen esoterischen Illuminaten alle 25 Jahren droht), zögern sie keinen Augenblick. […] Die menschliche Dummheit hat keine Grenzen“ kommentiert ein Leser des französischen Reiseblogs liligo.com.


...Oder eine unerträgliche Preisexplosion?

 

Eine Bäuerin deutscher Herkunft klagt über die Preisexplosion in der Region. „Die Esoteriker raffen alle Agrarfelder an sich“. Bis Dezember 2012 kann Bugarach Vorteil aus den Legenden ziehen. Viele leiden jedoch an der drastischen Preiserhöhung und müssen wegziehen. Felder, die früher beackert wurden, dienen jetzt als Kultstätte verschiedener Gurus. „Junge Leute können sich deswegen nichts aufbauen“ wirft sie den Neuankömmlingen vor.

 

Auf eine solche Aufmerksamkeit war das Dorf nicht vorbereitet. Der Bürgermeister von Bugarach, Jean-Pierre Delord, erfordert die Hilfe der Armee für Dezember 2012, um ein Ausufern zu vermeiden. Die Dörfler haben die mysteriösen Siedler lange toleriert. Mit steigender Bedeutung der Esoterik-Bewegung, fühlen sie sich immer fremder in ihrem eigenen Dorf. Viele bereuen, dass die neuen Touristen die friedliche Atmosphäre von Bugarach stören. Anzeichen von Feindlichkeiten zwischen der Urbevölkerung und den störenden Newcomern werden immer häufiger. Verdrossene Dorfbewohner vermeiden die fanatischen Gruppen, die auf dem Berg mit Sutanen oder anderen Accessoires herumlaufen. Eine angespannte Stimmung à la Coen-Brüder stellt sich ein.


Katerina Vojtechova

15.07.2011








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Alu Haube /// Dienstag, 14-02-12 03:56

Die Welt wird 2012 untergehen---Ändern können wir nichts mehr, aber schützen können wir uns ---- Informiert Euch unter

http://21.12.2012.de.tc

Gruß an Alle

 
 

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