
 |

|
 Jean-Louis Borloo (photo photo Feuillu / Pierre Metivier)
|

Jean-Louis Borloo, der Zentrumspolitiker hat es am Sonntagabend (2.10.2011) im französischen Privatfernsehsender TF1 bestätigt : er wird für die Präsidentschaftswahlen (2012) nicht kandidieren. Sicherlich eine Erleichterung für Nicolas Sarkozy, potenzial Kandidat zur Wiederwahl.
Jean-Louis Borloo war von 2002 bis 2010 Minister in den konservativen Regierungen unter Präsidentschaften von Chirac und von Sarkozy. Borloo damals Minister für Ökologie, Energie und nachhaltige Entwicklung wurde lang als neuer Premierminister für die im November 2010 geplante Kabinettsumbildung gehandelt. Als Präsident Nicolas Sarkozy ihn im Zuge der Kabinettsumbildung nicht zum Premierminister bestimmte und hielt dann jedoch an Francois Fillon als Premierminister fest, zog er sich aus der Regierung zurück. Enttäuscht sagte sich Unlängst Borloos "Parti Radical" aus dem konservativen Regierungsbündnis los und kündigte ein neues Zentrumsbündnis an. Kurz dannach war es allem klar dass Borloo für 2012 kandidieren würde.

 |  |

|
 Rama Yade : eine entwaffnende Schönheit (photo : Service d'information des Nations Unies - Genève)
|
Und jetzt ist plötzlich wieder alles anders. Seine Kandidatur würde "mehr Verwirrung stiften als Lösungen bringen", erklärte der Querdenker. "Die Zeiten sind schon unruhig genug, als dass man der Verwirrung noch mehr Verwirrung hinzufügen sollte" sagte er im Fernsehen. Die jüngsten Umfragen zeigten dass Borloo zwischen 4 und 7% erreichen könnte. Wahrscheinlich eine guter Grund für ihn über die "Dynamik" des Zentrums, die nicht "nicht ausreichend, um eine Kandidatur zu tragen" sei , zu urteilen.

 |  |

|
 Rama Yade Mal ernsthaft (photo : Neno Ernest Morales)
|
Ein umgekehrte Wiederholung des 21. April*, diesmal mit dem sozialistischen Kandidaten gegen die rechtextreme Kandidatin bleibt nicht ausgeschlossen und erscheint immer noch als Schreckbild der französische politische Welt.
21. April als Schreckbild
Daher wird die Einheit des Zentrums und sogar der Konservativen immer lauter gewünscht. In diesem Rahmen wirkt Borloo jetzt mehr als verantwortlich und bewußt : "die Wahrheit ist, dass das Zentrum noch nie so zersplittert war und untereinander in Konkurrenz". "Dafür möchte ich übrigens meinen Teil der Verantwortung übernehmen." sagte er.

 |  |

|
 Darf man Rama Yade enttäuschen ?
|
Es bleibt weiter eng im Zentrum : François Bayrou (MoDem), Hervé Morin (Nouveau Centre), Christine Boutin (Parti chrétien-démocrate-PCD) und sogar Dominique de Villepin behaupten sie werden kandidieren.
Der ehemalige Verteidigungsminister Hervé Morin auch Kandidat für Zentrum mit seinem"Nouveau Centre" reagierte schnell und deutlich : "meine Entschlossenheit [zu kandidieren, Anm. d. Red.] war nie so stark" schrieb er auf seinem Twitter Konto.
Die Borloo Anhängerin und ehemalige Sportministerin Rama Yade konnte ihre Enttäuschung nicht verstecken : «Jean-Louis Borloo opfert seine Kandidatur für die Regierungsmehrheit, er gibt ihr die allerletzte Chance sich zu erholen. Heute kann die UMP nicht mehr Andere für ihre Schwierigkeiten verantwortlich machen, und muss unsere progressive Einstellung dazurechnen».
Nadine Morano, Berufsbildungministerin und Hochrangige der UMP erklärte : "Die Einheit ist unentbehrlich: Jean-Louis Borloo hat es verstanden". Sie fasste die Stimmung der Regierung zusammen, indem sie Borloos Entscheidung als "große Weisheit" bezeichnete.
Auch wenn Borloo im Präsidentschaftsrennen gegen den Staatschef nicht antreten wird, die Wiederwahl des unbeliebtesten Präsidenten der Fünften Republik bleibt mehr als ungewiss.
Régis Présent-Griot
02.10.11
* Am 21. April 2002 im ersten Wahlgang der Präsidentenwahl war Lionel Jospin der damalige sozialistische Kandidat überraschend dem Rechtextreme Jean-Marie Le Pen unterlegen. Im zweiten Wahlgang blieben Chirac und Le Pen. Chirac gewonn mit 82%.
resultats entre 1 et 2 de 2
Danke für die Bilder! hehe!