imprimer   31.07.2010 
N°. 14EditoDossierPolitiqueEconomieCultureMusiqueSportVie pratiqueVie de la tribuAnnoncesDie GazetteLa DernièreEdition actuelleBlogsSur nos blogs...Créez votre blog!ArchivesNos archivesChronique historiqueL'équipeQui sommes nous?Wer sind wir ?Who are we ?KTO мы ?ServicesINFOLETTREPetites AnnoncesPublicité / WerbungAnnonceursLiens / LinksContactImpressum








Alexander Fleming, der Erfinder des Penicillins in seinem Labor

Deutsche, die einmal in Frankreich beim Arzt waren, können sich zumindest an eines erinnern: hier wird sofort bezahlt. Auf die Hand oder per Karte, in französischen Praxen wird die verdiente Vergütung direkt und ohne Umschweife vom behandelnden Arzt entgegen genommen. „Das hat mich zu Beginn meiner Arbeit in Frankreich sehr irritiert“, erzählt Hermann Neuffer, gebürtiger Schwabe und seit 1995 als Allgemeinarzt in Bordeaux niedergelassen. „Ich kam mir vor wie ein Krämer, der sein Geld verlangt. Aber inzwischen finde ich die Regelung sehr gut. Ich biete dem Patienten etwas und er gibt mir etwas zurück. Das steigert auch das Kostenbewusstsein.“  20 Euros kostet der Besuch beim Hausarzt, 70% davon werden anschließend von der Krankenkasse ersetzt.

 

Anders als in Deutschland ist in Frankreich jeder Arbeitnehmer über die staatliche Krankenversicherung CNAM (Caisse Nationale d’Assurance Maladie) versichert. Wegen der hohen Selbstbeteiligung, schließen die meisten Franzosen zudem eine Zusatzversicherung ab: sei es die so genannte Mutuelle, über die 60% der Franzosen versichert sind, sei es private Versicherungen wie die complémentaire santé. In den meisten Fällen erfolgt diese Zusatzversicherung jedoch automatisch über den Arbeitgeber.

 

Doch auch Bedürftige und Erwerbslose werden bekanntlich krank, und Statistiken belegen, dass an der eigenen Gesundheit besonders schnell gespart wird. Um ein Minimum an sozialer Gerechtigkeit auch auf der Krankenliege zu gewährleisten, wurde im Jahr 2000 die CMU (Couverture Maladie Universelle) gegründet. Sie sichert den sozial schwächsten Bevölkerungsschichten eine medizinische Behandlung auch ohne Selbstbeteiligung zu.

 

Wie in Deutschland finanzieren sich die staatlichen Krankenkassen weitgehend über Lohnbeiträge. Und auch in Frankreich reißen hohe Arbeitslosigkeit und sinkende Einkommen immer größere Löcher in die Finanzen: 2005 betrug das Defizit ganze 8 Milliarden Euro betrug. Die Zuzahlungen für Medikamente wurden daraufhin erhöht und die erstatteten Leistungen stark reduziert.

 

Mit dem Ziel die Gesundheitskosten weiter zu dämpfen, wurde auch eine Hausarztpflicht eingeführt, die für den Gang zum Facharzt eine Überweisung erforderlich macht. „Der Patient geht zuerst zu seinem Hausarzt und erst wenn der nicht weiterhelfen kann, gibt es eine Überweisung zum Spezialisten. Dadurch wird verhindert, dass die Patienten zu 100 verschiedenen Fachärzten rennen und teure Untersuchungen machen lassen.“ erklärt auch Hermann Neuffer.

 

Trotz der hohen Eigenbeteiligung nehmen die Franzosen so viele Medikamente wie kein anderes Volk auf der Welt. Besonders beliebt sind dabei Antibiotika: ca. 80 Millionen Mal im Jahr werden die Bakterienkiller verschrieben. Und dies, obwohl es der CNAM zufolge in 50% der Fälle nicht nötig wäre bzw. gänzlich wirkungslos ist, da es sich um Virus Infektionen handelt. „Zu Anfang war ich wirklich geschockt, wenn ich Rezepte mit bis zu 14 Medikamenten gesehen habe. Und sobald der Hals ein bisschen gerötet ist wollten meine Patienten, dass ich ihnen ein Antibiotikum verschreibe.“ bestätigt auch Hermann Neuffer. Mit dem Ziel, den Mythos vom Wunderheilmittel Antibiotikum zu brechen hat die Krankenkasse 2002 eine Kampagne gestartet, die unter dem knackigen Slogan „L’antibiotique… C’est pas automatique !“ ein Umdenken bei Ärzten und Patienten einläuten sollte. Mit gewissem Erfolg: innerhalb von zwei Jahren ist der Antibiotika-Konsum um 16% gesunken - dennoch reicht es noch für den Europarekord.

 

Doch nicht nur im Medikamentenkonsum ist Frankreich rekordverdächtig: noch im Jahr 2000 hat die Weltgesundheitsorganisation das französische Gesundheitssystem als eines der besten der Welt ausgewiesen. Politiker verweisen stolz und gerne darauf und erklären so die überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung ihrer Landsleute. Tatsächlich werden die Franzosen nur von den Japanern „überlebt“ – auch wenn ein direkter Zusammenhang zum Gesundheitssystem dennoch fraglich ist.

 

Lisa Jandi

 

Zum gleichen Thema:
Un système à panser
Réforme de la santé: l'Etat met la main sur le magot
Microtrottoir
L’assurance santé à l’allemande, entre public et privé
Un lieu d’accueil pour les oubliés du système de santé
Antibiotiques vs sauge séchée…
Les différents systèmes de santé de la Francophonie





pas encore de commentaire

 

Ins Gästebuch eintragen

 

Image CAPTCHA pour prévenir l'utilisation abusive
 
 

Infos exclusives : La Gazette : Plus de 2 300 "j'aime" qui la soutiennent ... La Gazette : Plus de 2 300 "j'aime" qui la soutiennent ...

Google
Web La Gazette



NOUVEAU: Abonnez-vous au flux RSS!




Prix d'honneur Louise Weiss du journalisme européen.





Jean-Patrick REVEL, avocat bilingue franco-allemand.
Rechtsanwalt – Fachanwalt f. Familienrecht
Beer, Gastl & Partner
Friedrichstraße 61
10117 Berlin
Tel. +49 (0)30 40 00 49 30
www.ra-revel.de


Faites voter pub ici!


Auberges de Jeunesse à Berlin










KOCH KARIMI
Cabinet d’avocats franco-allemand
(Berlin – Paris)
Rechtsanwälte, in Deutschland und Frankreich zugelassen


MEDIATIS
Faire un crédit pour financer ses études à l'étranger


JOBISJOB
Toutes les offres d’emploi à Berlin et partout en Europe








LEO - Dictionnaire