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«Gazetten sollen nicht genieret werden ...»

 

Mit diesem Ausspruch ist der preußische König Friedrich II. als „Gegner“ der Zeitungszensur in die Geschichte eingegangen. Durch die Befreiung von der Zensur sollten die Zeitungen nach seinem Willen interessanter werden. Angesichts des aufgeklärten Absolutismus Friedrichs des Großen und seiner Freundschaft zu Voltaire wundert es nicht, dass er schon kurz nach seiner Krönung 1740 nach einer französischsprachigen Zeitung verlangte. Er unterstützte die journalistischen Bemühungen des Philosophen und Theologen Jean Henry Formey. Dieser war als Professor der Philosophie und Pastor der französisch-reformierten Ge meinde einer der Wortführer der Hugenotten in Berlin.

 

Formey begründete mit dem Journal de Berlin 1740 und der Gazette de Berlin 1743 die Tradition französischer Zeitungen in Berlin. Das vierseitige Blättchen erschien dreimal pro Woche und wurde bei der Buchhandlung von Jean-Pierre Schmid verlegt. Sogar außerhalb Berlins war es über die Poststationen zu beziehen. Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen meist politische Meldungen aus den europäischen Hauptstädten.

 

Die Abschaffung der Zensur erwies sich jedoch nur als theoretischer Akt. Überliefert ist der Eingriff des Zensors in der Nr. 133 der Gazette de Berlin vom 12. November 1743. Beanstandet wurde ein Artikel über die preußische Diplomatie zur Befriedung des Reiches. Geflissentlich ließ man den Artikel austauschen und das Blatt neu drucken. Doch auch selbst der neue Artikel erfuhr noch die handschriftliche Kritik des preußischen Ministers von Podewils.

 

Frank Drauschke

 

>> Fortsetzung - Teil 2

 

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