
Spart Holz - aber wie?
Die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften hatte im 18. Jahrhundert alle Hände voll zu tun, sich mit sehr alltäglichen Dingen zu beschäftigen. Zur Lösung ungeklärter wissenschaftlicher Fragen stellte die Akademie regelmäßig Preisaufgaben. Die Mitglieder der experimental-philosophischen Klasse, später physikalischen Klasse, befassten sich mit Gutachten zur Produktion von Nahrungsmitteln, der Entwicklung von Maschinen oder Mitteln zur Verringerung des Holzverbrauches.
Die Gazette littéraire de Berlin berichtete in der Ausgabe vom 8. Februar 1768 über eine Sitzung der Akademie zu diesem Thema. Zwei Jahre zuvor hatte man einen Preis von 100 Reichsthalern für Vorschläge zur Verringerung des Holzverbrauches ausgelobt. Die Gazette schrieb nun über die Bewertung der eingereichten Arbeiten.
Insgesamt seien sehr viele Traktate mit Vorschlägen eingegangen, jedoch befassten sich fast alle nur mit der Verbesserung der Konstruktion von Zimmeröfen. Die Gelehrten befanden dies als zu ungenügend. Sie brächten alle nichts wirklich Neues oder gingen über das hinaus, was vorher schon „geschrieben, gedruckt und der Öffentlichkeit bekannt“ gewesen war.
Bisher, so befanden sie, wäre keines der eingereichten Papiere preiswürdig. Man wollte aber gern die Aufmerksamkeit der Forschung auf andere Fragen zur Einsparung von Holz, wie etwa bei der Konstruktion von Küchenherden, Backöfen oder Brauereien, richten.
Ein Vorschlag war aber zumindest erwähnenswert. Es ging um einen Plan zur Verbesserung der Konstruktion von Backöfen, die mit Stroh, Holzspänen und Heidekraut auf einer gleichmäßigen Hitze gehalten würden, so dass man ohne neu anheizen zu müssen mehrere Offenladungen Brot backen könnte. Nach Meinung der Gutachter war die Idee gut, aber die Ausführung wäre für die Bäcker zu schwierig und zu teuer.
Ob es später zu erfolgreicheren Vorschlägen zur Reduzierung des Holzverbrauches kam, ist leider nicht überliefert.
Frank Drauschke
>>> No. 5
>>> No. 7
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