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Plakat des Films der kleine Nick

Am 26. August, erscheint Der Kleine Nick in den deutschen Kinos. Die filmische Adaption des berühmten französischen Werkes stammt von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé: Le petit Nicolas. Dieser Film, unter der Regie von Laurent Tirard (Lügen und Lügen lassen, Prête-moi ta main), hat mit mehr als 5,4 Millionen Zuschauern in weniger als drei Monaten in Frankreich schon Erfolge gefeiert. Jetzt bleibt abzuwarten, wie dieses französische Phänomen vom deutschen Publikum aufgenommen.

 

Version française




Der kleine Nick, Zeichnung von Jean-Jacques Sempé

Entstehung des Werkes

 

Im Jahre 1959 erblickte Der Kleine Nick das Licht der Welt - als Held und Erzähler einer Reihe von Kurzgeschichten, die zunächst in der französischen Wochenzeitung Sud-Ouest Dimanche und in der Comiczeitschrift Pilote veröffentlicht wurden. Seine Worte stammen aus der Feder von René Goscinny, die Darstellung von Jean-Jacques Sempé, mit den charakteristischen Zügen der kleinen unruhigen Figur. Der Kleine Nick lässt den Leser wieder in die wunderbare und sorglose Welt der Kindheit und Kindergeschichten eintauchen. Mit einer charakteristischen Sprache, die Goscinny den Kindern verleiht, wird die Geschichte mit einfallsreicher Fantasie erzählt, die Themen wie Freunde, Streit, den Umgang mit der Lehrerin, die ersten Liebeleien, aber auch die Erwachsenenwelt, durch die Beobachtung der Beziehungen zwischen den Erwachsenen, aufgreift: die Nachbarn, der Chef, die Schwiegereltern, Erziehung, Familienstreit… Diese erfolgreiche Geschichte, ohne vorhergesehene Fortsetzung, hatte über 200 Veröffentlichungen, zum Teil ganz neuer Geschichten, wie Der Ballon und andere neue Geschichten des Kleinen Nick, die in den letzten fünf Jahren, nach dem Tod des Autors erschienen sind. Mehr als 50 Jahre nach seiner Entstehung, hat diese Geschichte immer noch genauso viel Erfolg, wie die ständigen Neuauflagen und die Filmfassung, um die es hier geht, verdeutlichen.




Sandrine Kimberlin als die Lehrerin

Was wollt ihr einmal werden, wenn ihr groß seid?

 

Zu Beginn des Films sieht man, wie Der Kleine Nick versucht, das auf der Klassentafel angezeigte Aufsatzthema zu beantworten. Konfrontiert mit seiner Unfähigkeit zu antworten, realisiert Nick etwas: "Tatsächlich weiß ich, warum ich nicht weiß, was ich einmal werden will, wenn ich groß bin. Das ist weil mein Leben prima ist, und ich habe überhaupt kein Bedürfnis, daran irgendwas zu ändern." Dieser Satz, vom Film aus dem Buch übernommen, spiegelt den Geist dieses Buches sehr gut wider: der Kinderwelt ihren Raum lassen, mit ihren Träumen, ihrer Fantasie und Offenheit.




Die Clique von dem kleine Nick:Otto, Georg, Franz und Roland

Der Film greift einige Passagen und Anekdoten aus den Büchern wieder auf und das Drehbuch bleibt dem Original weitestgehend treu. Der Kleine Nick führt ein friedliches Leben: Er hat Eltern, die ihn lieben, eine Clique von netten Freunden, mit denen er viel Quatsch macht, und er möchte nicht, dass sich daran etwas ändert. Doch eines Tages belauscht Nick ein Gespräch seiner Eltern und schließt daraus, dass seine Mutter schwanger ist. Er gerät in Panik, weil sein Kumpel Joachim, der einen kleinen Bruder hat, auf den er aufpassen muss, weil der immer schreit und um den sich seine Eltern jetzt kümmern, ihm erzählt, dass sich sein Leben vollkommen ändern wird, was ihm gar nicht gefällt. Er hat Angst davor, wie der kleine Däumling von seinen Eltern im Wald ausgesetzt zu werden. Er beschließt sich mit seinen Freunden zu treffen, um eine Lösung zu finden, schließlich war er als erster da!

 

Der Name der Figuren wurde geändert, aber der Geist des Buches blieb erhalten. Zum Abenteuer gehören:

 

Nicolas/Nick: Die Hauptfigur, er erzählt alle Abenteuer, er ist ein bisschen turbulent aber sehr sympathisch

Alceste/Otto: Nicks bester Freund, er ist sehr dick und hat immer Hunger

Rufus/Roland: Sein Vater ist Polizist und hat eine Trillerpfeife

Geoffroy/Georg: Er hat einen sehr reichen Papa und verkleidet sich gerne

Eudes/Franz: Der Stärkste auf dem Schulhof, er verteilt gern Fausthiebe auf die Nase

Clotaire/Chlodwig: Er ist Klassenletzter, weil er immer schläft. Er ist oft neben der Spur, aber ein guter Freund.

Agnan/Adalbert: Klassenbester und Liebling der Lehrerin. Man darf ihm keine Fausthiebe auf die Nase verpassen, weil er eine Brille trägt.




Der kleine Nick (Maxime Godart) und seine Eltern (Valérie Lemercier und Kad Merad)

Über den Film

 

Die Produzenten Marc Missonnier und Olivier Delbosc kamen mit der Idee, den Kleinen Nick für die Leinwand zu adaptieren zu Laurent Tirard, da er in ihren Augen der Beste dafür war. "Als sie mich anriefen, war es für mich sofort klar. Ich bin mit dem Kleinen Nick aufgewachsen. Ich habe die Geschichten als Junge gelesen und sie sprechen mich an. Ich wusste sofort, wie der Film aussehen würde."

Alain Chabat und Anne Goscinny, die Tochter des Zeichners, wurden ausgewählt, um ihre Ideen für die Dialoge zu Papier zu bringen. Anne Goscinny erklärt "Meine Leidenschaft für das Werk und meine Funktion haben es einfach zwingend erforderlich gemacht, dass ich mich aktiv dafür einsetzte, dass diese Filmfassung die bestmögliche überhaupt wird. Ich hatte einfach nicht das Recht, dabei Sachen durchgehen zulassen, die mir vielleicht als unpassend erschienen wären. Und ich hatte ja schließlich das enorme Glück, mit Laurent Tirard, und Grégoire Vigneron Mitstreiter dabei zu haben, die immer ein offenes Ohr hatten, zu Diskussionnen bereit waren und mit denen es ein Vergnügen war, zusammenzuarbeiten. Und auch mit Alain Chabat zu arbeiten, als er hinzukam, war ein großes Vergnügen."

 

Die Hauptrolle wird von Maxime Godart gespielt, der sich mit seinen 9 Jahren im Casting durchgesetzt hat. Der Schöpfer und Zeichner des Kleinen Nick erklärte später: "Bevor ich den fertigen Film sah, kannte ich von diesem kleinen Star nur Fotos, und er hat mich wirklich verblüfft. Er ist perfekt in der Rolle! Er hat auch die fröhliche Unruhe von Nick. Er hat Charme und ist für mich eine sehr gelungene Besetzung"

 

Nicks Eltern nehmen einen wichtigen Platz im Film ein. Valerie Lemercier, spielt die liebevolle Hausfrau und Mutter, die sich nach einem weniger langweiligen Leben sehnt und Kad Merad, den autoritären Papa, der in Wirklichkeit von seiner Frau und seinem Leben überfordert ist und davon träumt erfolgreich zu sein. Sandrine Kimberlin spielt „sehr überzeugend“ die Lehrerin, François-Xavier Demaison ist "Hühnerbrühe", in der unerbittlichen Rolle des Schulaufsehers, Daniel Prévost der Chef von Nicks Vater, Michel Galabru, der Bildungsminister und viele andere.

 

Die Besetzung ist im Allgemeinen gelungen, aber man bedauert vielleicht ein wenig den „zu braven“ Nick, im Vergleich zu seinem Alter Ego in der Vorlage und eine etwas zu simple Intrige. Dennoch ist es eine gelungene, aber etwas „glatte“ Familienkomödie, die einen Anflug von Nostalgie, bei denen hervorruft, die als Kind die Bücher gelesen haben. Man kommt glücklich aus dem Kino, zufrieden in Kindheitserinnerungen geschwelgt zu haben, aber etwas enttäuscht darüber, dass der Funke nicht über gesprungen ist.

 

François Tillette

07.08.2010

 

Andere Links:

Französische Version

 

 









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