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Der französische Schauspieler und Regisseur Laurent Terzieff ist am Freitag, den 2. Juli 2010 kurz nach seinem 75.Geburtstag den Folgen eines Lungenleidens in Paris erlegen. Er war eine Legende des französischen Theaters und blieb für sein Publikum ein Mysterium.


Laurent Terzieff debütierte am Theater und wurde 1958 durch eine Hauptrolle in dem Film „Les Tricheurs“ (Die sich selbst betrügen) von Marcel Carné bekannt. Bereits ein Jahr später war er der Partner von Brigitte Bardot in Mauro Bologninis „La Notte brava“. Er spielte in Filmen der bedeutendsten Regisseure wie Pasolini (Medea), Rossellini (Vanina Vanini), Clouzot (La prisonnière), Buñuel (Die Milchstraße) und Godard (Détective). Seine Leidenschaft galt jedoch dem Theater, das er als Jugendlicher als Bühnenarbeiter, Statist und Double entdeckte. 


Ein Leben für das Theater



Portrait von Laurent Terzieff (Reginald Gray, 1981)

Beeindruckt von Strindbergs „Gespenstersonate“ unter der Regie von Roger Blin, der später auch sein Mentor wurde, beschließt Laurent Terzieff Schauspieler zu werden. Mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Pascale de Boysson gründete er 1961 seine eigene Theatertruppe und zeigte besonderes Interesse an Werken von Bertolt Brecht und Rilke. Er hielt sich weitgehend von der Öffentlichkeit fern und widmete sich, ohne Rücksicht auf die finanziellen Probleme, vor allem dem Theater, für ihn ein Ort der Verbindung von Sichtbarem und Unsichtbarem.

Er stemmte sich stets gegen den Zeitgeist, literarische Texte gewaltsam der Moderne zu unterwerfen. Bis zuletzt war er auf der Bühne zu sehen und bekam im April 2010 noch zwei Molière-Auszeichnungen für seine letzte Rolle in „Philoktet“ von Jean-Pierre Siméon nach Sophokles unter der Regie von Christian Schiaretti und „Der Garderobier“ von Ronald Harwood in eigener Regie. Auch politisch war er engagiert, ob 1960 gegen den Algerienkrieg oder 2002 gegen den Irakkrieg.

 

Demnächst erscheint sein Buch „Seul avec tous“ (Alleine mit allen), an dem er noch kurz vor seinem Tod letzte Änderungen vorgenommen hat. Der Verlag, Les Presses de la Renaissance, hat mitgeteilt, dass sein Buch, wie vorgesehen, erscheinen wird. Darin erzählt der Schauspieler und Regisseur vor allem über sich selbst.

 

Lili Schackert  9.07.2010









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