Lena Meyer- Landrut gewinnt den 55. Eurovision Song Contest in Oslo
Die deutsche Kandidatin holt den ersten Grand- Prix- Sieg für Deutschland seit 1982
Jessy Matador aus Frankreich kommt mit „Allez! Ola! Olé!“ leider nur auf den 12. Platz
source: www.lessentiel.lu
Lag es am reformierten Abstimmungssystem oder daran, dass „Satellite“ einfach besser war, als alle deutschen Beiträge der letzten Jahre? Dieses Jahr wurden die Punkte zur Hälfte per Telefonvoting und zur Hälfte von einer fünfköpfigen Jury jedes Landes vergeben. So konnten sich die verschiedenen Kulturräume (Skandinavien, Balkan) nicht mehr ausschließlich gegenseitig bei der Abstimmung begünstigen.
Oder lag es einfach an Lena Meyer Landruts süßem Gesicht, an ihren jugendlichen 19 Jahren?
Dies ist der erste Grand Prix Sieg für Deutschland seit 1982. Damals sang Nicole „Ein bisschen Frieden“. Es war ein klarer und verdienter Sieg. Meyer- Landrut hatte 76 Punkte Vorsprung vor der zweitplatzierten Türkei.
Was war am besten? Musik, Frisuren oder Kleider?
Die diesjährige Präsentation des ESC fand in Oslo statt, dem Siegerland des letzten Jahres. Welcher Song letztes Jahr gewonnen hat? Daran erinnert sich heute eigentlich niemand mehr, oder? Es war „Fairytale“ von Alexander Rybak.
Die Norweger haben eine gute Show organisiert. Drei sympathische Moderatoren lieferten einen entspannten Abend. Eine Schwarze, eine Dunkelhaaarige und ein Blonder, alle drei sehr hübsch und nordisch- lässig.
25 Länder waren ins Finale gekommen. 39 Nationen stimmten über den Sieger ab.
Das Spektrum der Beiträge reichte von Euro Dance (Moldavien) über Gitarrenballaden (ein rothaariger Belgier schaffte es damit auf den 6. Platz), bis hin zum melodramatischen Aufschrei voluminöser Damen (Irland, Island)
Es gab anteilsweise weniger aufwendige Choreographien als im letzten Jahr, man setzte mehr auf Einfachheit und im Falle Lenas hat es sich gelohnt.
Sie trug ein einfaches, enges schwarzes Kleid, schwarze Haare und Nagellack, knallrote Lippen und zur Seite standen ihr drei ebenso schwarzgewandete Backroundsängerinnen. Ein bisschen weniger schwarz wäre vielleicht hübscher gewesen, aber sie hat gewonnen.
Verdient gewonnen. Die Melodie von„Satellite“ wird wahrscheinlich auch länger im Gedächtnis bleiben als die der meisten anderen Lieder des gestrigen Abends.
Serbien etwa hatte seinen Beitrag von Goran Bregovic komponieren lassen. Eindrucksvoller aber war die Frisur des Sängers. Ein bis über die Augen reichender blonder Pony.
Aber die Serben haben in der Landessprache gesungen. Nur Israel, Griechenland, Spanien und Frankreich haben sich das außerdem noch getraut.
Beeindruckend waren auch Busen und überlange schwarze Haare der Armenierin, die leider auch auf Englisch einen Aprikosenkern besang. Leider hat sie zuviel getanzt um sich diese schöne Frau in Ruhe anschauen zu können.
Die Franzosen hatten Jessy Matador geschickt, einen Kongolese mit dem Song: „Allez! Ola! Olé!“ geschickt. Es wurde viel und wild getanzt und das Lied passt gut zur Fußball WM. Vielleicht wird es ein Hit in diesem Sommer?
Beim Grand Prix kam es nur auf den 12. Platz.
Mit 10 Punkten kam Großbritannien auf den letzten Platz und der schlimmste Beitrag war der aus Weißrussland, der in seinem starren Optimismus an Russland unter Stalin in den 40ern erinnerte.
Deutschland mag es laut
Deutschland lebte auch dieses Jahr wieder seinen nationalen Minderwertigkeitskomplex und/ oder Größenwahn aus.
Als einziges Land gab es seine Votings vor einer grölenden Masse brüllender Fans durch, (so wie jedes Jahr). Alle anderen Länder beschränken sich auf eine großzügig dekolletierte Schönheit vor einer nationalen Sehenswürdigkeit, Feuerwerk oder einem nächtlichen Brunnen.
Lena Meyer - Landrut fühlte sich nach dem Sieg und der folgenden zweiten Präsentation ihres Songs verpflichtet zu sprechen- sie dankte und dankte und gab ihrer Freude Ausdruck und irgendwann wünschte man sich, dass ihr doch jetzt einfach jemand das Mikrofon aus der Hand nehmen möge. "Ich weiß gar nicht, wo ich hin soll. Ich quatsche einfach noch ein bisschen weiter“ sagte sie, sichtlich ausser Fassung über ihren Sieg. Lieber nicht. Das Beste war es, den Fernseher auszuschalten und das habe ich dann auch getan.