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 PLAYGROUND Austellung von Pierre-Etienne Morelle, photo : Ivo Gretener
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Ein weiteres alternatives Projekt in Neukölln, der Bezirk, der derzeit überall künstlerisch aufblüht. Wie Lumbus Europae, ist auch die PMgalerie ein Ort, der sich innen zurückhaltend gibt. Kleine Andeutungen hier und dort, die zeigen, dass hier etwas passiert…vor dem wichtigsten Schaufenster rauchen Personnengruppen, trinken Bier und beobachten leise die Stücke der Ausstellung. Berliner Atmosphäre, ein gekonnter Mix aus Entspannung und Internationalität, beim Treffen in der Selchower Straße 12.
Drei Ausstellungsstücke und eine Wohnung, in der die Künstler während einem Monat leben können. Die PMgalerie ist ein zwei-in-eins Projekt, in dem zwei Räume verbunden werden: Eine Zusammenarbeit zwischen den Kuratoren und den Künstlern findet statt. Skulpturen und Installationskunst stehen hier an erster Stelle, aber auch Veranstaltungen wie ein Badminton Turnier im vergangenen Februar finden ihren Platz. Gegründet wurde all dies von zwei Franzosen, Julie Grosche und Aurélia Defrance, die nach Berlin gezogen sind. Man trifft sich und unterhält sich.

INTERVIEW PMgalerie
Die Gazette : Wie hat sich eure Galerie gegründet? Was ist deren Ursprung und ihr Konzept?
PMgalerie : Wir sind die zwei Gründer der PMgalerie. Unsere Idee war es, einen Ort zu schaffen, an dem sowohl künstlerische Experimente als auch Kuratorien ihren Platz finden. Unser Verein ist nicht kommerziell, wir bieten den Künstlern eine Wohnung und schaffen seit kurzem auch Raum für Ausstellungen von Gruppen. Es kann sich dabei, wie beispielsweise bei der Ausstellung „Playground“ von Pierre Etienne Morelle, um einen Feldversuch handeln.
Die Gazette : Was sind eure Ziele?
PMgalerie : Wir möchten besonders junge Künstler unterstützen und deren Werke ausstellen, um so an den Fragen und dem Engagement der Künstler unserer Generation teilhaben zu können. Auf der anderen Seite steht die Problematik der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Kuratoren im Zentrum unseres Projekts. Wir minimieren die Konflikte zwischen ihnen, indem beide Parteien zusammen arbeiten und leben. Der Künstler erschafft und der Kurator organisiert, durch einen Dialog zwischen beiden erhoffen wir uns Ausstellungen, die als gemeinsames Werk gesehen werden.
Die Gazette : Warum habt ihr euch für den Namem PMgalerie entschieden? Gibt es dafür einen genauen Grund?
PMgalerie : Private Message…(lachen)
Die Gazette : Ihr seid beide Franzosen. Warum habt ihr euch für Berlin und gegen Paris entschieden? Was verbindet euch mit dieser Stadt?
PMgalerie : Die Vorzüge für Künstler und andere Menschen, die mit zeitgenössischer Kunst arbeiten sind klar. Bezahlbare Mieten, kulturelle Dynamik und weiteres. Wir sind ein Teil des aktuellen Phänomens „Franzosen, die sich für Berlin entscheiden“.

Die Gazette : Wie arbeitet ihr zusammen? Habt ihr klar definierte Rollen?
PMgalerie : Wir machen viel gemeinsam, dennoch hat jeder seine speziellen Arbeitsgebiete. Wir sind also ein sich ergänzendes Duo.
Wir haben allerdings auch schon während 4 Monaten mit einem Graphik-Design Praktikanten zusammengearbeitet. Seit einiger Zeit haben wir auch eine Assistentin, Sumiko Tanaka, die sich um den Bereich Finanzen und Kommunikation kümmert.
Die Gazette : Was unterscheidet eure Galerie von anderen?
PMgalerie : Wir sind ein ehrenamtlicher Verein, der sich in seinem Betrieb deutlich von anderen, kommerziellen Galerien unterscheidet. Wir sind näher am Ursprung der Kunst, eine Liste mit Künstlern, die bereits etabliert sind haben wir nicht.
Wir legen viel Wert auf die Wahl unserer Künstler, denn sie sind es die die PM einzigartig machen. Ohne feste Vorgaben ergeben sich nach und nach Verbindungen zwischen den ausgestellten Künstlern. Eher spontan wenden wir uns von der plastischen Kunst zur Installation. Ohne exklusiv zu sein bleibt dies eines der wichtigsten Merkmale der Galerie.
Die Gazette : Welche Besonderheiten bietet ihr den Künstlern, die in der PMgalerie ausstellen?
PMgalerie : Wir können die verschiedenen Anforderungen einer Ausstellung erfüllen, auch mit großer Risikofreude. So wurde beispielsweise für die Ausstellung „Open Spaces“ von Mathieu Girand, Antoine Giroud et Antoine Nessi alle Türen demontiert und der Ort war 7 Tage, rund um die Uhr ein öffentlicher Platz.
Oder auch bei der Ausstellung „Berlin Peplum“: Antoine Renard hat einen Teil der Galeriewand für seine Ausstellung eingerissen.
Wie schon gesagt, ermöglichen wir einerseits das Wohnen vor Ort und andererseits eine enge Zusammenarbeit zwischen den hier lebenden Künstlern und uns.
Die Gazette : Wie eng ist eure Beziehung zur deutschen Kunst-Szene?
PMgalerie : Wir sind sehr aufmerksam allem gegenüber, was in Berlin passiert (sowohl in den alternativen Galerien, in kommerziellen Galerien oder nicht institutionalisierten Orten).
Wir wollen eine Verbindung herstellen zwischen anerkannten Orten und der auflebenden Szene in Neukölln. Ausserdem wählen wir unsere Künstler nach ihrer Arbeit aus und nicht nach ihrer Nationalität, wodurch uns natürlich auch Zusammenarbeiten mit deutschen Künstlern, wie Johannes Vogl, ermöglicht werden.
PMgalerie
Selchower Str. 12
12049 Berlin Neukölln
PMgalerie Website : www.pmgalerie.com
Caroline Marie-Cussy, 07/04/2010
Clara Billens Übersetzung