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Die 35. Zeremonie der Césars, die am 27. Februar stattfand, hat nicht sehr überraschend den neusten Film von Jacques Audiard ausgezeichnet: Ein Prophet. Mit neun Auszeichnungen für 13 Nominierungen hat er alle anderen Filme der Konkurrenz verdrängt und die angesehensten Preise eingeheimst. Seit dem Festival in Cannes 2009 von den Kritikern sehr gut aufgenommen, bekam er den großen Preis der Jury. Er verfolgt hoffnungsvoll seine Eroberung von Auszeichnungen als Gewinner des besten ausländischen Films bei den BAFTA Awards sowie durch seine Nominierung in der gleichen Kategorie für die Oscars, deren 82. Veranstaltung am 7. März stattfinden wird in Los Angeles. Nachdem mehr als eine Million Kinobesucher sich Ein Prophet ansahen, kommt er am 7. März in Deutschland in die Kinos mit dem Versprechen, auch hier ein großer Erfolg zu werden.

 

La critique du film en français: www.lagazettedeberlin.de/5971.html



Ein Gefängnisdrama

 

Malik El Djebena (Tahar Rahim) ist ein junger Rechtsbrecher, verloren, ohne Format; ungebildet und ohne jegliche Kenntnisse der Welt. Er wird zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt als er 19 Jahre alt ist. Kaum angekommen versteht er, dass er sich nicht lange aufrechterhalten wird in diesem brutalen und mitleidlosen Universum ohne den Schutz einer der Clans, die das Gesetz bestimmen im Zentrum der Haft. Es ist César Luccianni (Niels Arestrup), Chef des Korsenclans, der ihn beschützt im Austausch für einen Mord eines unbequemen Zeugen. Dieser erste Mord, den man in einer Szene von seltener Gewalt sieht, markiert die Wiedergeburt des jungen Mannes. Durstig nach neuen Erkenntnissen und immer aufgeteilt zwischen den „Korsen“ und den „Bärtigen“, lernt er von beiden Seiten, sodass er aufgrund seiner monatlichen Freigänge beginnt, hinter den Gefängnismauern sein eigenes Netzwerk aufzubauen, das ihn letztendlich zu « Jemandem » macht.

 



Die Entdeckung eines Schauspielers/ Ein schockierendes Duo

 

Es war purer Zufall, die für die Begegnung von Tahar Rahim und Jacques Audiard sorgte auf dem Dreh von La Commune, wo der Schauspieler nur eine kleine Rolle darbot. Ein Prophet enthüllt die dunkle und fesselnde Persönlichkeit von Malik El Djabena, dessen Darsteller den César für bester Schauspieler und den für beste männliche Hoffnung mit nach Hause nahm. Man sieht einen jungen Mann, der sich ohne Ausmaße selbst verwirklicht durch seine Verbrechen und der das nötige Charisma und die Charakterstärke erlangt für die Art zu leben, die er gewählt hat. Die erschreckende Darstellung von Niels Arestrup als alten mafiosen Korsen in Verbindung mit der Darbietung von Tahar Rahim errichtet eine Beziehung von Meister und Schüler, die darauf aus sind sich zu übertreffen. Das Duo ist sehr überzeugend und lässt schöne Szenen zu wie die im Hof des Gefängnisses mit dem Machtverlust und der Verwirkung des alten Mannes.

 



Die Verherrlichung des Verbrechens

 

Diese grundlegend männliche Welt ist gekennzeichnet durch Gewalt und Brutalität. Man bedauert ein wenig die Botschaft die in diesem Film durchscheint und die letztendlich erklärt, dass das System der Haftstrafe sehr schwach und außer Kontrolle ist. Das "Feld Gefängnis" wird mehr wie ein Sprungbrett zum Banditenwesen präsentiert als einen Ort, wo man seine Strafe absitzt und wo man lernt, sich in die Gesellschaft zu reintegrieren. Malik wird als einfacher Straftäter eingesperrt und kommt als Kopf einer bösartigeren und unterichteteren Gang heraus. In diesem Anstieg kann man einen modernen Scarface sehen, ohne Kodex, ohne Ehre, wo alle Coups erlaubt sind, aber wo Audiard nicht die Moral gehabt hätte, seinen Ganoven sterben zu lassen. In den seltenen Momenten in denen der Regisseur versucht, die psychologischen Schocks zu erklären, die der Protagonist in Träumen und Visionen sieht, verliert er sich und verwirrt den Zuschauer mehr als dass er ihn wirklich zum Charakter der Figur führt.

Der Film bleibt eine Umsetzung von hoher Qualität, mit sehr gut ausgesuchten Schauspielern und über ein Thema, das immer sein Publikum finden wird, was einen großen Erfolg im Ausland voraussehen lässt.

 

François Tillette, Übersetzung: Marion Bergermann 03/03/2010

 








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