Sonnenbrille, Badeshorts, Carla im Arm. Nicolas Sarkozy lässt es sich im Urlaub gut gehen und die Öffentlichkeit ist live dabei. Politiker auf Reisen – das schreit nach Paparazzi-Fotos und Skandalen. Dieses Jahr hat sich der Präsident für sein Kabinett etwas ganz besonderes überlegt. Urlaub sollen seine Minister in Zukunft nur noch in Frankreich machen.
Laut einer Studie der Jeunesse ouvrière chrétienne (Christliche Arbeiterjugend) haben fast 30 Prozent der französischen Jugendlichen keine Zeit oder Geld, um in den Urlaub zu fahren.
Das ist nicht weiter tragisch wenn man bedenkt, dass Bildungsminister Luc Chatel sowieso vorhat, die Schulferien zu kürzen. Anders sieht das bei Frankreichs Politikern aus.
Auf Urlaub wird selten verzichtet. Und wo verbringen Frankreichs Politiker diesen Sommer ihre Ferien? In der Heimat! Das verlangt zumindest Nicolas Sarkozy.
Minister unter Hausarrest
Ende Dezember sorgte die Ex-Außenministerin Michèle Alliot-Marie für Schlagzeilen, als sie mit dem Privatjet eines Nahestehendnr der Regierung Ben Alis durch Tunesien zwitscherte. Und das während der arabischen Aufstände.
Wenig später brüskierte Premierminister François Fillon die Nation, als er bei einem Aufenthalt in Ägypten, dem Angebot folgt, eine Maschine der Regierung zu nutzen.
Nicolas Sarkozy reagiert darauf mit einer ungewöhnlichen Bitte. In Zukunft sollten die Minister doch vorerst ihren Urlaub in der schönen Heimat verbringen. „Fahren Sie nicht so weit weg“. Man könnte meinen, es handele sich um eine Tourismuskampagne für Frankreich. Dabei geht es um Schadensbegrenzung. „Wenn man Minister ist, ist man das vom 1.Januar bis zum 31. Dezember.“
Der Ministerrat am 7. Juli diente als Moralpredigt. Um zukünftige Skandale zu vermeiden, benötigen Minister nun eine besondere Genehmigung für Auslandsaufenthalte.
photo: Patricia Kjerulf
Korsika - hier wird Xavier Bertrand seinen Urlaub verbringen
Urlaub auf Balkonien?
„Von wegen“, denkt sich Außenminister Alain Juppé. Er wolle sich nicht in seiner Freiheit einschränken lassen und weiterhin dahin fahren wo es ihm gefällt – Genauso wie François Fillon, der nicht daran denkt, sich den toskanischen Wein entgehen zu lassen.
Neben einzelnen Ausnahmen nehmen sich die Minister den Vorsatz jedoch zu Herzen. Schon im letzten Sommer blieb die Mehrzahl an den Stränden der Nation, da Sarkozy eine Umbildung des Kabinetts angekündigt hatte. Erreichbar bleiben – man weiß ja nie.
So verbringt Haushaltsministerin Valéry Pécresse ihre Ferien im Département der Corrèze und im schönen Urlaubsort La Baule an der Atlantikküse. Arbeitsminister Xavier Bertrand verlässt das Festland um sich wie jedes Jahr nach Korsika zu begeben, wohingegen es für Bruno Le Maire, Landwirtschaftsminister, ins Baskenland geht.
Französische Soldaten retten den japanischen Botschafter in Abidjan
In der Elfenbeinküste sind französische Soldaten dem japanischen Botschafter zu Hilfe gekommen.
Die Kämpfe gehen weiter in Abidjan und besonders in dem Viertel Cocody, wo Gbagbo in seiner Residenz sich verschanzt hat. Das Problem: zahlreiche Botschaften befinden sich in diesem Viertel und stehen jetzt im Mittelpunkt der Kämpfe.
Der japanische Botschafter hat die französiche Einheit "Einhorn" zu Hilfe gerufen. Gbagbos-Anhänger hatten tatsächlich am Mittwoch das Botschaftgebäude direkt angegriffen. Der Botschafter und sieben andere Mitarbeiter sollten sich in einem gepanzerten Raum halten. In der Nacht von 6. zu 7. April haben sie die französichen Soldaten mit einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht.
Jetzt haben Israel und Indien ebenfalls Frankreich darum gebeten, ihre Diplomaten zu schützen.
Dorothée Bellamy
Le 7/04/2011
Promi-Abend für unsere Nachwuchskritiker auf der Berlinale
Nach den ersten Filmvorführungen dürften die Jugendlichen der deutsch-französischen Jury
des Dialogue en Perspective am Wochenende ins Berliner Nachtleben eintauchen.
Feierlicher Auftakt, bei der Eröffnungsparty der „Perspektive Deutsches Kino“ am
Potsdamer Platz. Im Anschluss ging es weiter zur Feier des Deutsch-Französischen
Jugendwerks, wo illustre Gäste zur Vorstellung von Ricky gekommen waren. Der neue Film
von François Ozon geht ins Rennen um den Goldenen Bären.
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Für die Filmjury eines internationalen Wettbewerbs heißt es nicht nur pausenlos Licht aus,
Film ab! Auch außerhalb der Vorführungssäle dreht sich alles ums Kino. Filmbegeisterte
treffen sich auf den abendlichen Empfängen und Partys. Die Gelegenheit für
leidenschaftliche Diskussionen: vom Drehbuch über bekannte und weniger bekannte
Schauspieltalente, bis hin zur kleinsten Kamerabewegung – alle sprechen über Film! Die
sieben Mitglieder der deutsch-französischen Jury Dialogue en Perspective haben schnell
gemerkt, dass ihre Liebe zum Kinodank ihrer Erfahrungen in Berlinjedem Tag größer wird.
Juror Mathieu lässt hier keine Gelegenheit aus, um mit jungen Regisseuren über ihre Arbeit
und ihren Werdegang zu diskutieren.
Bei mitreißender Musik, Häppchen und Wein konnten die sieben Juroren beim Empfang im
prächtigen Berlinale-Festsaal die Aufregung der ersten Tage vergessen. Sie alle nehmen ihre
Rolle sehr ernst – kein Wunder, denn Kino bedeutet ihnen alles. Zahlreiche Vertreter der
deutschen Kinolandschaft waren zur Eröffnung der Sektion Perspektive Deutsches Kino
gekommen, die filmische Werke junger deutscher Regisseure vorstellt.
Doch die nächste Party wartete bereits ein paar Schritte weiter, gleich neben dem
Fernsehturm am Alexanderplatz. Auf zwei Etagen tummelten sich mehrere hundert Gäste in
den Gemäuern des Deutsch-Französischen Jugendwerks, um auf den neuen Film von
François Ozon anzustoßen. Sprachliches Misch-Masch aus Deutsch und Französisch war zu
erleben und schließlich ein freudiges Bonjour bei der Ankunft des Teams von Ricky. Der
berühmte Regisseur
präsentierte sich und seinen Film an der Seite seiner Schauspieler Alexandra Lamy, Sergi
Lopez und Jean Dujardin. Selbst die kleine Filmschwester von Ricky, gespielt von Mélusine
Mayance, war gekommen, um die Feier für den zauberhaften und außergewöhnlichen