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Nachdem Hans Weingartner 2004 mit „Die fetten Jahre sind vorbei“ die elfjährige Durststrecke ohne deutsche Wettbewerbsbeteiligung in Cannes beendet hatte, haben es dieses Jahr wieder ein deutscher Film in den Wettbewerb und mehrere in die Nebensektionen geschafft. Der 33jährige Regisseur Fatih Akin repräsentiert mit seinem Beitrag „Auf der anderen Seite“ sowohl die junge Generation deutscher Filmemacher als auch ein lebendiges Kino der zweiten Migrantengeneration. Sein mehrfach preisgekrönter Film „Gegen die Wand“ von 2004 wurde in Frankreich jedoch kein Erfolg – was nicht zuletzt an der unverständlichen Titelübersetzung „Head on“ gelegen haben könnte. Für die Sektion „Un certain regard“ wurde „Am Ende kommen Touristen“ des 32 jährigen Robert Thalheim ausgewählt, der 2005 mit „Netto“ sein Spielfilmdebüt feierte. Der Film, der von der Vergangenheitsbewältigung eines jungen Deutschen in Auschwitz erzählt, bedient jedoch wieder ein Thema, auf das die Deutschen immer noch abonniert zu sein scheinen. „Bei den Dokumentarfilmen ist die Nachfrage nach Hitler und dem Dritten Reich immer noch am Größten – das nervt mittlerweile wirklich“, so Caroline Elias, Journalistin, die bereits im April als Marketing- Beauftragte die deutsche Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm auf dem weltweit größten Fernsehfachmarkt in Cannes vertreten hatte. „Der deutsche Film hat in Frankreich leider immer noch ein Imageproblem. Trotz des hohen Niveaus der politischen Beziehungen beider Länder bleibt die Kulturvermittlung oft schwierig.“ Dennoch sieht Elias die Qualität und Quantität der diesjährigen deutschen Beteiligung in Cannes als einen Fortschritt auf dem Weg einer differenzierteren Wahrnehmung der Filmkultur des Nachbarlandes. Neben den bereits erwähnten Filmen gehen der Kurzfilm „Halbe Stunden“ des DFFB-Studenten Nicolas Wackerbarth in der Nachwuchs-Sektion „Cinéfondation“ sowie „Gegenüber“, das Spielfilmdebüt des 28jährigen Jan Bonny in der Parallelauswahl „Quinzaine des Réalisateurs“ an den Start.

 

IMke PLesch

 








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