
Ceylon – die Zimtinsel
In der Ausgabe der Gazette de Berlin vom 27. April 1758 wurde dem Leser unter der Überschrift „Verschiedene Bemerkungen über den Handel“ eine Aufstellung von den unterschiedlichsten Gegenden der Welt gegeben und der Güter die man von dort beziehen konnte. So sprach man von Waren aus Lyon, Venedig, Mailand und der Neuen Welt und von Ceylon. Dort heißt es: „Auf der Insel Ceylon findet man die großen Wälder der Zimtbäume, deren Rinde und Äste das Gewürz beinhalten, dass man unter dem Namen Cannelle kennt.“
Schon in der Antike war die an der Südspitze Indiens gelegene Insel Taprobane für ihre kostbaren Gewürze und Edelsteine berühmt. Der Seehandel zwischen dem Mittelmeerraum und Südindien erlebte zur Blütezeit des Römischen Reiches einen wahren Höhepunkt. Jedes Jahr fuhren voll gepackte große Schiffe vom Roten Meer nach Indien und Ceylon und zurück. Ihre Waren waren teuer und heiß begehrt.
In den folgenden Jahrhunderten war der direkte Weg von Europa nach Indien versperrt. Als Folge dessen, kam es zu den großen Erkundungsreisen im Zeitalter der Endeckungen. Mit der Entdeckung des Seeweges um Afrika nach Indien durch Vasco da Gama kam es zum Wettlauf der europäischen Mächte um die Reichtümer des Ostens. Das als Zimtinsel berühmte Ceylon war eine besonders begehrte Perle, dort versuchten abwechselnd die Portugiesen, Dänen, Holländer und Briten ihren Einfluss zu sichern. Zum Zeitpunkt des Artikels in der Gazette de Berlin war gerade Holland die europäische Macht, die die Küstenregionen Ceylons kontrollierte und im Nahen Süden Indiens kämpften die Briten gegen den französischen Einfluss.
Frank Drauschke
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