Prinzip der Verhandlungen – Das öffentliche Recht Europas
Im fünfzigsten Jahr der europäischen Einigung spielt die Neukonstituierung der Verhältnisse der Mitglieder der EU untereinander wieder eine große Rolle. Wie werden Entscheidungen gefällt? Haben einzelne Länder eine Vormachtstellung? Welche Rolle spielen mittlere und kleine Länder?
Diese und ähnliche Fragen waren auch schon vor 250 Jahren aktuell. In der Gazette de Berlin vom 28. April 1757 erschien die Besprechung eines neuen Buches von Abbé de Mably « Les Principes des Négociations » - über die Prinzipien der Verhandlungen. Es war die Einführung zu seinem mehrbändigen Werk über das sich auf Verträge stützende öffentliche Recht Europas. In dieser Schrift beschäftigt sich der französische Philosoph mit den Grundlagen der Machtverhältnisse zwischen den europäischen Staaten und wie diese durch Verhandlungen, Verträge, Bündnisse und Kriege ihre Beziehungen regelten. Er versucht darin, den Stand des Völkerrechts seiner Zeit zusammenzufassen. Die Gazette de Berlin lobte das Werk in deutlichen Worten. Die wahren Grundsätze der Regierung würden, so hieß es, in diesem Buch auf erhellende Weise untrennbar mit der gesunden Moral verknüpft. Es sollte jeder, aber insbesondere jeder an der Spitze der Staaten stehenden Politiker, auf das Genaueste studieren.
Der Autor Gabriel Bonnot de Mably war später an der Erarbeitung der berühmten polnischen Verfassung von 1791 beteiligt.
Vielleicht würde die Lektüre seiner Werke auch für die „Verfassungsmacher“ von heute von Nutzen sein?
Frank Drauschke
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