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« Sire [...] demander en grâce à Votre Majesté le privilège exclusif d’une Gazette Françoise [...] »

 

Mit der Gnade seiner Majestät bitten 1744 die Buchhändler Neaulme und Bourdeaux aus Berlin darum, ein exklusives Privileg für eine französische Zeitung in Berlin zu erhalten. In der Hochzeit der französischen Sprache in Berlin im 18. Jahrhundert gab es mehrere Anläufe, hier eine französische Zeitung zu etablieren. Angefangen hatte alles 1740 mit der Protektion Friedrichs des Großen bei dem traditionsreichen Verlag von Ambrosius Haude, der als ältester Berliner Verlag noch heute unter seinem späteren Namen Haude & Spener existiert. In den folgenden Jahren wechselten die Verleger häufig, 1743 verlegte Jean Pierre Schmid die »Gazette de Berlin«. Das Privileg ging dann auf Jean Neaulme & Etienne de Bourdeaux, Johann Christian Klüter, Friedrich Wilhelm Birnstil und um 1761 auf den Oberhofdrucker Decker über, aus dessen Druckerei später die Reichs- und Bundesdruckerei hervorging. m Ende des französischen Jahrhunderts bittet der Unter den Linden ansässige Buchhändler Mettra 1798 noch einmal darum, das Privileg über nehmen und eine „ Gazette politique et littéraire “ herausbringen zu dürfen. Aus politischen Gründen verwehrte die preußische Regierung ihm die weitere Herausgabe einer französischen Zeitung in Berlin. Der neue König Friedrich Wilhelm III. brauchte vor dem Krieg gegen Frankreich keine französische Zeitung mehr in seiner Hauptstadt.

 

Die damit beginnende Pause des französischsprachigen Journalismus in Berlin sollte mit kurzen Unterbrechungen um 1846-48 und 1867-78 über 150 Jahre währen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gab es aufgrund des Besatzungsstatus von Berlin wieder eine französische Zeitung. Von 1964 bis 1994 wurde von der französischen Militärregierung eine „ La Gazette de Berlin “ herausgegeben. Ab dem 1. Juni 2006 erscheint nun mit anderen Inhalten und ohne Sanktion der Obrigkeit die neue „ La Gazette de Berlin “.

 

FRANK DRAUSCHKE

 

>> Teil 1

 

>> No. 3

 

Historische Miszellen von Facts & Files - Historisches Forschungsinstitut Berlin

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